In Dormagen gibt es jetzt eine Refill-Station zum Wasser-Abfüllen.

Dormagen : SPD wünscht sich Wasserspender in der City und in Zons

Die Verbraucherzentrale bietet bereits ab sofort in ihren Räumen eine Nachfüllstation für kostenloses Trinkwasser an.

Wer an einem warmen Tag unterwegs ist und durstig wird, der geht schnell in den nächsten Laden, um eine Flasche Wasser zu kaufen. Der flotte Kauf kostet jedoch nicht nur Geld, durch die Einwegflasche fällt auch Plastikmüll an. Um den zu vermeiden, bietet die Beratungsstelle Dormagen der Verbraucherzentrale NRW ab sofort eine Refill-Station, also eine „Nachfüllstation“ für kostenloses Trinkwasser, an. Die SPD schlägt außerdem Trinkwasserspender für die Innenstadt und Zons vor.

„Das Konzept ist simpel“, sagt Ralf Eming, Leiter der Beratungsstelle. „Zu den Öffnungszeiten kann bei uns jeder mitgebrachte Wasserflaschen kostenlos mit Leitungswasser füllen.“ Die Idee basiert auf der Refill-Initiative, die 2015 in England startete. Seit 2017 machen auch zahlreiche Läden und öffentliche Einrichtungen in Deutschland mit. Refill-Stationen erkennt man an einem Aufkleber am Eingang oder findet sie online auf refill-deutschland.de.  „Es ist praktisch, kostenlos und man schont gleichzeitig die Umwelt“, sagt Eming. Alle Teilnehmenden bieten den Service ehrenamtlich an.

Dormagener testeten Trinkwasserspender bereits in Mulhouse. Foto: SPD Dormagen

Die Refill-Station soll ein weiteres Signal gegen Plastikverbrauch sein, sagt Eming. Unterwegs weniger Plastik zu verbrauchen hat sich auch die Stadt Dormagen auf die Fahne geschrieben. Um Plastiktüten zu vermeiden, gibt es beispielsweise eine Mehrwegtasche, den „Dormagener Heimatshopper“. Recht neu ist außerdem Dormagens Mehrwegbecher für warme Getränke unterwegs. Anke Tobies-Gerstenberg vom Umweltteam der Stadt rät auch bei Wasser auf eigene Mehrweg-Behälter umzusteigen. „Wir möchten die Bürger sensibilisieren, weg von der Wegwertkultur, hin zu nachhaltigem Konsum.“

Derzeit gibt es eine weitere Refill-Station in Dormagen, bei NetCologne in der Rathaus-Galerie. Weitere Refill-Stationen sind denkbar. „Sinnvoll ist es an publikumswirksamen Bereichen, an denen ein Wasserhahn zugänglich ist“, sagt Tobies-Gerstenberg. Denkbar wäre beispielsweise die Stadtbibliothek.  „Wir würden uns freuen, wenn die Aktion Nachahmer findet“, sagt Eming. „Verbraucher sollen nicht mehr lange suchen und in jedem Stadtteil ihre Flaschen auffüllen können“.

Ähnliches schlägt jetzt auch die SPD in Dormagen vor.  „In unserem Urlaub haben wir in Mulhouse sehr schöne Trinkwasserspender gesehen und dachten, das sei auch eine gute Sache für Dormagen“, sagt die umweltpolitische Sprecherin der SPD, Sonja Kockartz-Müller. Als mögliche Standorte kämen für die SPD der Vorplatz am Historischen Rathaus und das Kreismuseum in Zons infrage.

Aktuell gibt es in Dormagen noch keine Trinkwasserspender und sind derzeit auch noch nicht in Planung, heißt es vom Energieversorger evd. Man wolle die Machbarkeit aber prüfen. An gewöhnlichen Brunnen sollte kein Wasser abgefüllt werden. Durch Verunreinigungen und nicht keimfreie Rohre hat das Wasser im Brunnen keine Trinkwasserqualität mehr, heißt es von der Stadt.

An Refill-Stationen können Besucher jedoch unbesorgt das Wasser abfüllen. „Leitungswasser wird streng kontrolliert“, sagt Eming. Zudem wurden die Leitungen im Gebäude überprüft und der Perlator am Hahn wird regelmäßig desinfiziert.

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