In der Kirche in Horrem startet Weihnachtsaktion nach Bethlehem

Zur Heiligen Familie in Horrem : Schriftrolle verbindet Horrem mit Bethlehem

Die Weihnachtsaktion der Dormitio-Abtei aus Jerusalem startete am Sonntag in der Horremer Kirche Zur Heiligen Familie. Zuvor wurde fleißig für „Ich trage Deinen Namen in der Heiligen Nacht nach Bethlehem“ gepackt.

Vor dem Altar in der Kirche Zur Heiligen Familie liegt eine große Rolle, die zu Beginn der Messe am Sonntag ausgerollt wird. Auf ihr sind mehr als 50.100 Namen eingetragen, die im Jahr 2015 an der Weihnachtsaktion „Ich trage Deinen Namen in der Heiligen Nacht nach Bethlehem“ teilgenommen haben. 2017 waren es rund 70.000 Namen. So wurde anschaulich demonstriert, wie viele ihren Namen oder den ihrer Liebsten in der Weihnachtsnacht an den Geburtsort Jesu Christi bringen lassen wollten. Jetzt wurde die Aktion der Dormitio-Abtei aus Israel für dieses Weihnachten in Horrem gestartet.

Es gehe darum, „mit Jesus in Kontakt zu kommen, ihm nahezukommen – das ist der zentrale Punkt in allen Evangelien“, sagte Pfarrer Peter Stelten. „Wir begeben uns bereits jetzt auf den Weg auf das Weihnachtsfest, auf Jesus Christus hin, die Namens-Rolle ist dafür eine große Chance“, betonte er.

Bruder Nathanael stellt die Namens-Rolle von 2015 vor. Foto: Dormitio-Abtei

Denn wie Bruder Nathanael von der Abtei Dormitio den Horremern erläuterte, machen sich die Ordensleute nach der Vigil am Morgen des 25. Dezembers um 2 Uhr früh mit anderen Christen zu Fuß auf den Weg, der zwölf Kilometer bis nach Bethlehem führt. „Dort legen wir die Namensrolle in der Geburtskirche auf den Geburtsstern in der Grotte“, erklärte Bruder Nathanael: „Dort sind die Namen gegenwärtig.“

Auch Jugendpfarrer Martin Kochalski des Bistums Dresden-Meißen, der mit Stelten die Messe zelebrierte, warb für die Namensaktion: „Im Orientalischen und auf Hebräisch steht ,Herz’ ebenso wie der ,Namen’ für den ganzen Menschen – also steht unser Name für uns selbst“, betonte der Jugendseelsorger, der in Jerusalem studiert und im Dormitio-Kloster gelebt hat. Denn wer beim Namen gerufen werde, der müsse reagieren, da er gemeint sei. „Unsere Namen und die der Menschen, die uns am Herzen liegen, sind dann in Bethlehem für uns mit an der Geburtsstätte Jesu dabei – und wir können hier trotzdem mit unseren Familien Weihnachten feiern“, sagte Kochalski. Pfarrer Stelten ergänzte: „Wenn wir das in unserem Christenleben kapieren, dass wir Jesus Stück für Stück näherkommen, dann gehen wir wirklich auf ihn zu, der uns einlädt. So hat ein bisschen Weihnachten heute Morgen hier schon begonnen.“

In den vergangenen Tagen hatten freiwillige Helfer im Pfarrhaus von St. Michael in Dormagen insgesamt 40.000 Flyer und Plakate für die Dormitio-Weihnachtsaktion gepackt. „Seit fünf Jahren starten wir unsere Versandaktion in Dormagen“, dankt Bruder Simon Petrus von der Dormitio-Abtei für die Hilfe. „Das ist toll, wie viele Menschen helfen, auch Bürgermeister Erik Lierenfeld hat mitangepackt“, sagte er. Auch Spenden sind mit der Weihnachtsaktion verbunden, aber kein Muss, wie Bruder Simon Petrus betont: „Selbstverständlich kann jeder Namen einreichen, ohne zu spenden.“ Allerdings würden mit dem Geld kleine Organisationen in Bethlehem unterstützt, die sich Kindern und Behinderten annehmen: „Das Geld kommt direkt bei ihnen an.“