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Dormagen: Immobilienpreise steigen an

Dormagen : Immobilienpreise steigen an

Die Angst vor einer Inflation treibt auch in Dormagen die Immobilienpreise. Bauen lohnt sich Experten zufolge in Dormagen noch immer. Das Mehrfamilienhaus oder die Eigentumswohnung gelten als Kapitalanlage.

Der Branchenfachmann hat schon immer gerne vom "Betongold" gesprochen. Doch die liebevolle Umschreibung des Kenners für Immobilien trifft in diesen Tagen zu wie selten zuvor. Allerorten —und auch in Dormagen — zeigt der Preistrend in eine Richtung: nach oben. "In Dormagen sind klassische Doppelhaushälften stark nachgefragt", sagt Petra Laufenberg vom gleichnamigen Dormagener Immobilienbüro.

Doppelhaushälften gefragt

Die Preise ziehen an, aber moderat. Petra Laufenberg glaubt, dass viele Käufer von den noch immer günstigen Zinsen profitieren wollten; außerdem herrschten Inflationsängste. Die Situation in den verschiedenen Stadtteilen von Dormagen ist indes durchaus unterschiedlich: "Hackenbroich ist etwas schwieriger", sagt Petra Laufenberg, "Nievenheim, Delhoven, Zons und Dormagen-Mitte in Nähe zur Fußgängerzone sind beliebt." Mondpreise seien die Käufer aber nicht bereit zu zahlen.

Laufenberg: "Ich glaube nicht, dass das derzeitige Interesse in eine Blase münden wird." Innerhalb der Immobilien-Klassen gibt es zudem Riesenunterschiede: "Für freistehende Einfamilienhäuser lagen die Preise im vergangenen Jahr zwischen 150 000 und 600 000 Euro", so die Immobilienexpertin; Doppelhaushälften lagen in der Preisklasse 150 000 und 350 000 Euro und Reihenhäuser wurden zwischen 150 000 und 260 000 Euro taxiert. Philipp Schiwek vom Immobilienverband Deutschland (ivd) erkennt ebenfalls einen leichten Ansprung von zwei bis drei Prozent und damit "etwas mehr als die Inflationsrate". Das liege auch daran, dass in Dormagen derzeit keine neuen Stadtteile oder Bauprojekte entstünden.

Das die Durchschnittswerte für Ein- und Zweifamilienhäuser anziehen, lässt sich auch an den Zahlen ablesen, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte des Rhein-Kreises veröffentlicht hat. Sie sind zwischen 2009 und 2011 um 25 000 Euro angestiegen. Als klassische Kapitalanlage sieht der Nievenheimer Makler Hubert Franzen Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser. Der Immobilienfachmann hat einen überraschenden Effekt ausgemacht: "Die Menschen verlassen die Städte wieder in Richtung Land."

Den Standort Dormagen bewertet Gottfried Görtz, bei der VR Bank für die Baufinanzierung zuständig, positiv: "Zwischen den Ballungszentren gelegen haben wir in Dormagen eine gute Infrastruktur." Die Kaufkraft sei überdurchschnittlich hoch. Trotz der steigenden Preise glaubt Görtz, dass sich die Investition in die eigene Immobilie noch immer lohnt. Die Zinsen seien noch immer auf einem historischen Tiefststand. Der Immobilienmann meint: "Wer bauen will, der sollte jetzt zuschlagen."

(NGZ/rl)