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Dormagen: Imkerverein wird 60 Jahre alt

Dormagen : Imkerverein wird 60 Jahre alt

Seinen sechzigsten Geburtstag feierte jetzt der Imker- und Bienenzuchterverein G1818 Bayer Dormagen. Acht Völker leben am Rande der Kleingartenanlage, vier weitere beherbergt der Verein in einem Stand am Wasserwerk.

Mit Respekt betritt der Besucher die Anlage des Imker- und Bienenzuchtervereins G1818 Bayer Dormagen. Unzählige Bienen schwirren durch die Luft. "Keine Angst. Es sind sanftmütige Bienen. Sie stechen nicht", sagt Michael Dellschau, Vereinsvorsitzender beim Imker- und Bienenzuchtervereins G1818 Bayer Dormagen. Das sagt er auch den Kindern, die mit ihrer Schulklasse den Bienenstand in der Kleingartenanlage am Rudolf-Harbig-Weg besuchen.

Der Verein feiert in diesen Tagen sein 60-jähriges Bestehen. Aus einem losen Zusammenschluss Dormagener Imker im Jahr 1946 gründete er sich schließlich 1951 offiziell. Inzwischen kommen die Mitglieder auch aus dem weiteren Umland. Michael Dellschau selbst wohnt in Bergheim-Glessen, hat seinen eigenen Bienenstand im Baybachtal im Vorderhunsrück. "Der langjährige Vorsitzende Gerhard Viersch kam bei einem Spaziergang zufällig vorbei. Wir kamen ins Gespräch und er hatte mich in den Verein eingeladen", sagt Dellschau und ergänzt: "Dann bin ich einfach kleben geblieben." Übrigens: Bis zu 200 Kilogramm Honig erwirtschaften die Imker an ihrem Vereinsstand. Acht Völker leben am Rande der Kleingartenanlage. In einem Bienenstand am Wasserwerk beherbergt der Verein vier weitere. Im Sommer gehören einem Volk rund 60 000 Bienen an, überwintern werden maximal 15 000. Für Dellschau ist die Imkerei einfach ein "phantastisches Hobby". Er züchtet seit 35 Jahren, als er seinen Schwiegereltern eine Wassermühle im Baybachtal abkaufte. Auf dem Grundstück stand ein 1884 gebautes Bienenhaus, allerdings ohne Bevölkerung. Das änderte er.

"Als ich dann in die Bienenwelt einstieg, lernte ich, wie wichtig die Bienen für die Natur sind", sagt er. Als die wichtigsten Bestäuber überhaupt tragen sie zum Erhalt und Ertrag der Pflanzenwelt bei. Außerdem liefert jedes Volk bis zu acht Kilogramm reines Eiweiß für die Insekten und Kleintiere in der Umgebung. Dass sich sein Verein einem Chemieunternehmen angeschlossen hat, sieht Michael Dellschau nicht als irrational an. "In erster Linie will Bayer mit seinen Produkten das Leben der Menschen unterstützen. Ohne Medikamente gebe es keine Tiere und wir Menschen würden hungern", ist seine Überzeugung. Sollte jemand unrechtmäßig Pflanzenschutzmittel einsetzen, würden diese den Bienen trotzdem nicht schaden.

"Eine Biene hat ein so empfindliches Geruchsorgan, dass es den künstlichen vom natürlichen Duft unterscheiden kann", erklärt Dellschau. Wirklichen Schaden richtete Anfang der 1980er Jahre die Varroamilbe an, die ein seuchenartiges Bienensterben verursachte. "Damals haben viele Züchter aufgegeben", erzählt Michael Dellschau. Die Milbe tritt auch heute immer wieder auf, die Imker wissen sich aber mit organischen Säuren und weiteren pflanzlichen Mitteln zu helfen.

(NGZ)