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Analyse: Im Etat 2018 eine Priorität setzen

Analyse : Im Etat 2018 eine Priorität setzen

Mehr Geld für die Schwimmförderung kann im Zweifel Leben retten. Die Politik tut sich schwer.

Am 7. Dezember soll im Stadtrat der Haushalt 2018 verabschiedet werden. Einen Tag nach dem Nikolaustag und knapp drei Wochen vor Weihnachten - dem besinnlichen Fest auch des Gebens und der Geschenke. Vielleicht sind sich die Lokalpolitiker der zeitlichen Nähe zu diesen Ereignissen bewusst, wenn sie darüber entscheiden, wer im kommenden Jahr wie viel Geld erhält. Wenn sie dabei etwas Gutes tun wollen, dann füllen sie einen besonderen Nikolaus-Stiefel. Auf dem "Schwimmförderung" geschrieben steht. Dort geht es um Lebensrettung!

Mit 31 Nichtschwimmern ist die Christoph-Rensing-Grundschule ins vergangene Schuljahr gestartet, am Ende des Schwimmunterrichts konnten sich 13 Drittklässler über das "Seepferdchen"-Abzeichenfreuen. Eine ordentliche Quote. Vor allem, wenn man die Rahmenbedingungen betrachtet: eine große Gruppe mit sehr heterogenen Kindern von sicheren Schwimmern bis zu sehr ängstlichen Nichtschwimmern, die sich kaum trauen, ihre Zehen ins Wasser zu tauchen. Von Sprach- und kulturellen Problemen ganz zu schweigen. Auf der anderen Seite eine Profitrainerin, die von einer Lehrkraft unterstützt alles tut, um in der knapp bemessenen Unterrichtszeit das Maximale herauszuholen: Möglichst viele Kinder sollen sich dank des "Seepferdchens" halbwegs sicher über Wasser halten können. 7000 Euro lässt sich die Stadt diese Anstrengungen im Jahr kosten. Das Etikett "Stadt der Schwimmer" erhält man damit nicht. Die Summe ist beschämend gering angesichts eines Haushaltsvolumens in einer dreistelligen Millionen-Euro-Höhe. Profitrainerin Ramona Noorman erklärte den Sportpolitikern zuletzt, dass mit mehr Geld und mehr Personal auch mehr Schwimmabzeichen zu erreichen wären. Zumindest die CDU hat verstanden: Sie beantragt für das nächste Jahr 3000 Euro mehr für die Schwimmförderung. Immerhin.

(schum)