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Dormagen: IHK: Miet- und Pachtpreise sind zu hoch

Dormagen : IHK: Miet- und Pachtpreise sind zu hoch

Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein lobt aber die Wirtschaftsstruktur der Stadt Dormagen

Eine zeitlang hatte Thomas Schmitz Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. "Doch dann", sagt der Geschäftsführer der DGS Präzisionstechnik GmbH, "sind die CNC-Fräser wie vom Himmel gefallen." Dass sich das schon bald ändern könnte, darauf verweist die Studie "Dormagen — Wirtschaftsstruktur und Standortqualität", die die IHK Mittlerer Niederrhein präsentiert hat. Angesichts des überdurchschnittlich starken Fachkräftemangels sei es notwendig, dass die Dormagener Betriebe im umfangreichen Maß ausbilden.

Das Thema Fachkräftemangel war nur eines von vielen, das jetzt in der Kulturhalle diskutiert wurde. Es ging um Verkehr, Gewerbeflächen oder Steuern. Mehr als 100 in Dormagen ansässige Unternehmen haben 60 Standortfaktoren hinsichtlich ihrer Bedeutung sowie ihrer Qualität vor Ort bewertet.

Ein Fazit, das die Macher der Studie zogen: Dormagen ist eine wirtschaftlich gesunde Stadt. IHK-Hauptgeschäftsführer Dieter Porschen, der die Studie mit seinem Kollegen Gregor Werkle vorstellte, sprach von einem "eindrucksvollen Industrieanteil". Auch der Bereich Verkehr wurde gut bewertet. Aber: "Die Miet- und Pachtpreise sind zu hoch." Auch die Pläne der Stadt, die Gewerbesteuer von 440 auf 450 Prozentpunkte anzuheben, stößt auf wenig Gegenliebe bei der IHK.

Besonders gute Werte erzielt die Stadt im Bereich Öffentliche Schulden. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei 690 Euro pro Einwohner. Das ist der zweitbeste Wert im Vergleich mit zehn vergleichbaren Kommunen. Beim Exportumsatz steht die Stadt mit 54 400 Euro pro Beschäftigtem sogar an der Spitze.

Wenig überraschend, dass die Stadt ihre Stärke aus der chemischen Industrie zieht. Über zwölf mal so viel wie im NRW-Schnitt werden chemische Erzeugnisse hergestellt. Folgerichtig, dass neben Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann auch Chempark-Leiter Ernst Grigat an einer Diskussionsrunde im Anschluss teilnahm. Er zeigte sich indes mit der Verkehrsinfrastruktur wenig zufrieden und sprach von einem "großen Problem" — das noch größer geworden ist, seit die A 1-Brücke bei Leverkusen für Lkw über 3,5 Tonnen gesperrt ist. Der Chempark prüft derzeit die Option eines Bahnshuttles zwischen Dormagen und Leverkusen.

Der Bürgermeister warf dann ein Schlaglicht auf die prekäre Situation mangelnder Gewerbeflächen. Derzeit sei es kaum möglich, Interessenten entsprechende Areale anzubieten. Das sieht auch die IHK so. Eine Neuausweisung sei notwendig. Auch wo das sein könnte, sagt die Kammer: Der Silbersee ist eines der Gebiete, die im Rahmen des vom Land geförderten Projektes "Flächen(re)aktivierung" genutzt werden sollten. Druck machen soll die Stadt auch, was den Autobahnanschluss Delrath angeht. IHK-Chef Porschen: "Es gilt, ein dickes Brett zu bohren, doch es lohnt sich."

(NGZ/url)