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Dormagen: Ideen für die "Zuckerfabrik"

Dormagen : Ideen für die "Zuckerfabrik"

Die Zukunft des Fachmarktzentrums auf dem Zuckerfabrikgelände ist fraglich. Droht eine Brache an der Europastraße? Gibt es Alternativen für das Shopping-Center? Die NGZ hat bei Experten Ideen gesammelt.

Der 17. Mai könnte zum Schicksalstag für das Zuckerfabrikgelände an der Europastraße werden. Dann soll entschieden werden, ob der Bebauungsplan gekippt wird. Doch was passiert mit dem Areal, sollte die Politik dem Fachmarktzentrum eine Absage erteilen? Die NGZ stellt vier Ideen vor.

Multifunktionshalle "Eine gute Stube für Dormagen" würde sich der Dormagener Architekt Heinz Krücken wünschen. In Bergheim sei eine Stadthalle für 17 Millionen Euro entstanden, die der Architekt als Beispiel heranzieht. Als perfekte Ergänzung könnte ein Stadtpark angelegt werden. "Das wäre meine Wunschvorstellung", sagt der Architekt, der das Vorhaben dennoch für unrealistisch hält. Der Standort zwischen Köln und Düsseldorf mit Lanxess- und Esprit-Arena sei schwierig, zudem müsste die Stadt das Areal zurückkaufen. Auch Kreiswirtschaftsdezernent Jürgen Steinmetz, der im Rahmen des Konjunkturpakets II eine Multifunktionshalle ins Gespräch gebracht hatte, meint: "Die Arena am Höhenberg wäre einfach zu nah gelegen."

Discothek Als Investor Apollo-Redos 2006 das Gelände gekauft hatte, war schon einmal ein Geschäftszentrum mitsamt Discothek im Gespräch. Der Dormagener "DJ Wolle" alias Wolfgang Strassl hält das für schwierig: "Dormagen hat ein kleines Partypotenzial." Zudem sei der Lärm im Bereich der Anfahrtswege ein Problem. Er glaubt, dass die Stadt keine Disco in Wohngebietsnähe akzeptiere. Auch hätte ein Partyschuppen Probleme mit den großen Nachbarstädten, mit der "Kantine" in Köln, der "Königsburg" in Krefeld oder den "Rudas Studios" in Düsseldorf.

Handwerkerhof Dormagens ehemaliger Städteplaner Ernst Albrecht würde sich eine klare Linie zwischen Chempark und Wohnbebauung wünschen, Nettergasse und Justenhovener Straße könnten so abgetrennt werden. Er könne sich kleine Handwerkerhöfe auf dem Gelände vorstellen. "Bayer hätte die Möglichkeit, sich mit einer Infohalle zu präsentieren", sagt Albrecht. Handwerkerhöfe sind auch für BfD-Fraktionschef Dietrich Krueger eine Option: "Handwerker haben oft ein Problem, kleine Flächen zu finden."

Freizeitdorf "DJ Wolle" könnte sich auf dem Areal der ehemaligen Zuckerfabrik eine Art "Dorf Münsterland" oder "Sauerlandstern" vorstellen. "Ein eingezäuntes Dorf, in das Fußball- oder Kegelclubs am Wochenende fahren, um ordentlich zu feiern", meint Strassl. Auf reinen Trinktourismus müsste das Partydorf dabei nicht reduziert werden. Ein Kindererlebnispark könnte nach Strassls Meinung integriert werden – mit Indoorspielplatz und Kletterpark. "Das würde auch die Leute von außen nach Dormagen ziehen", glaubt der Dormagener DJ.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Historische Luftbilder von Dormagen

(NGZ)