Kabarettist Wilfried Schmickler Gastiert In Dormagen: "Ich bin mit der Piwipp gefahren"

Kabarettist Wilfried Schmickler Gastiert In Dormagen : "Ich bin mit der Piwipp gefahren"

Im Februar gastiert Kabarettist Wilfried Schmickler mit seinem Programm "Ich weiß es doch auch nicht" in Dormagen, das er aus seiner Jugend gut kennt.

Dormagen 510 der 570 Karten für das Gastspiel von Kabarettist Wilfried Schmickler, der am 1. Februar 2013 um 20 Uhr in der Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums auftritt, sind laut Veranstalter, dem städtischen Kulturbüro, bereits verkauft. Der Kölner Künstler setzt bei der WDR-Sendung "Mitternachtsspitzen" so unnachahmlich mit seinem Monolog, der mit "Aufhören, Herr Becker, aufhören" beginnt, die Schlusspointe. In seinem Programm schlägt er jedoch auch sanftere Töne an.

Herr Schmickler, Sie stammen aus Hitdorf am Rhein. Kennen Sie überhaupt das gegenüberliegende Dormagen?

Wilfried Schmickler Aber natürlich! Früher gehörte es an Sonntagen zur Pflichtübung, mit dem Fahrrad am Rhein entlang zu fahren, dann mit der Fähre nach Zons überzusetzen, weiter am Rhein entlang zu radeln, bis es bei Piwipp mit der Fähre zurück auf die andere Seite ging.

Was erwartet die Besucher bei Ihrem Programm "Ich weiß es doch auch nicht"?

Schmickler Zwei Stunden lang verschiedenste Mittel kabarettistischer Darstellungsform. Zu allen Würstchen dieser Welt versuche ich, meinen Senf hinzuzugeben.

Gibt es einen großen Unterschied zu ihrem Schlussmonolog bei den "Mitternachtsspitzen"?

Schmickler Auf der Bühne bin ich viel entspannter. Ich habe doch ein positives Verhältnis zu den Besuchern meines Bühnenprogramms, ich sehe mich als Dienstleister, der den Gästen einen schönen Abend bescheren möchte. Sie werde ich doch nicht anschreien, das hält doch keiner lange durch — auch ich übrigens nicht...

Wie bereiten Sie die charakteristischen Kameraschwenks für Ihren TV-Auftritt vor?

Schmickler Das ist inzwischen fast schon ein Automatismus: Beim Schreiben der Texte denke ich schon daran, wie die abrupten Wechsel aussehen könnten. Und die Mitarbeiter an der Kamera und im Schnitt sind Profis und darauf eingestellt. Das klappt sofort.

Wie finden Sie Ihre aktuellen Themen für Ihre Auftritte?

Schmickler Ich lese viel, sitze dann aber immer wieder vor dem leeren Bildschirm. Zur Themenfindung lege ich mich gern eine halbe Stunde aufs Sofa und lasse die Gedanken schweifen. Für das Schreiben ist dann Zeitdruck für mich am besten.

Sie sind mit dem Prix Pantheon, mit dem Deutschen Kabarettpreis und dem Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet worden. Was bedeuten Ihnen diese Preise?

Schmickler Ich habe mich sehr gefreut, sie zu erhalten, vor allem wenn man sieht, wer noch auf dieser Liste steht. Allerdings möchte ich das nicht zu hochhängen, ich war einfach "dran" nach 30 Jahren im Kabarett-Geschäft.

Worüber können Sie selbst lachen?

Schmickler Über meine Sachen auf jeden Fall nicht. Ich mag Jochen Malmsheimer und seine Art mit Sprache umzugehen. Über das Absurde kann ich sehr gut lachen, auch über Erwin Grosche.

(NGZ)
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