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Dormagen: Hühner gackern um die Wette

Dormagen : Hühner gackern um die Wette

Über 130 Hasen, Tauben, Gänse und Hühner erwarteten die Besucher bei der 3. Nievenheimer Kleintierschau am Wochenende. Highlight waren einige Serama-Hühner, die kleinste Art der Welt.

"Herzlich Willkommen!" — ein rotes Banner, quer über die Hindenburgstraße gespannt, lädt die Besucher zur 3. Nievenheimer Kleintiershow in den Saal der Gaststätte Robens ein. Wo sonst Schützen das Tanzbein schwingen und Geburtstage gefeiert werden, stehen am Wochenende über 130 kleine und große Käfige, wohl geordnet in vier Reihen aufgestellt, hintereinander.

Wer sich unterhalten will, muss fast schreien, denn die Hühner, Hähne, Gänse und Tauben machen sich durch lautstarkes Gurren und Krähen bemerkbar. Nur die zwölf Kaninchen sind still, obwohl sie für die kleinen Besucher die eigentlichen Stars der Ausstellung sind. Jan kommt mitten aus der Düsseldorfer Innenstadt. "Die Vögel hier kann man ja fast schon anfassen, so nah sind die", sagt der Siebenjährige begeistert. Besonders faszinieren ihn die Schlesischen Kröpfer, weiße Tauben mit einem ballonartigen Hals.

"Die Geflügelzucht ist leider ein rückläufiges Hobby", sagt Jörg Wolff, 1. Vorsitzende des Rassegeflügel Zuchtvereins Nievenheim. Für den 45-Jährigen liegt das an der sinkenden Toleranz der Nachbarn. "Besonders junge Leute beschweren sich häufig über die Lautstärke", sagt Wolff.

Josef Merl hat mit seinen Nachbarn glücklicherweise keinen Ärger. Die sind vielmehr froh, wenn sie von dem 56-Jährigen ab und zu ein frisches Ei zum Frühstück bekommen. Für Merl, der sich vor fünf Jahren gemeinsam mit seiner Frau Edith für die Geflügelzucht begeistern konnte, ist das Hobby ein Ausgleich zu seinem stressigen Job. "Es ist ein schönes Hobby, aber ziemlich zeitaufwendig und nicht immer einfach", sagt er. Dafür wird Merl jeden Morgen zur Fütterungszeit mit einem fröhlichen Gackern begrüßt, wenn ihm seine 40 Tiere im Stall erwartungsvoll entgegenlaufen. "Es kann auch passieren, dass sich der Fuchs eins der Hühner holt, das ist dann sehr traurig", sagt er. Deshalb freut er sich über jedes einzelne seiner Küken, als wäre es sein erstes.

Dass Josef Merl ein Händchen für die Tiere hat, bescheinigten ihm am Samstag auch zwei Preisrichter. Für seine Zwerghühner bekam der Züchter die Landesverbandsmedaille, wobei es besonders auf die Größe, die Kopfform, das Gewicht und die Farbe der Tiere ankam.

Ihr Hobby sehen die Vereinsmitglieder als wichtigen Beitrag zum Arterhalt. "Auch unter Hühnern und Tauben gibt es aussterbende Gattungen. Mit unserer Zucht tragen wir dazu bei, dass uns auch seltene Rassen erhalten bleiben", sagt Jörg Wolff.

(NGZ)