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Dormagen/Düsseldorf: "Hotelmord": Dormagener Anwalt vertritt Tatverdächtigen

Dormagen/Düsseldorf : "Hotelmord": Dormagener Anwalt vertritt Tatverdächtigen

Nach dem 42 Jahre alten Dormagener, den die Staatsanwaltschaft verdächtigt, die Prostituierte Christina B. im Düsseldorfer Hotel Radisson Blu erstochen zu haben, fahnden die Mordkommission "Hafen" und die Staatsanwaltschaft jetzt mit internationalem Haftbefehl.

Der türkischstämmige Arif-Yavuz D. ist laut Staatsanwalt Christoph Kumpa dringend tatverdächtig, die Frau in der Nacht auf Freitag getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft erließ Europäischen Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags.

Nach den bisherigen Ermittlungen floh D. unmittelbar nach der Tat, mehrere Stunden vor dem Auffinden der Getöteten, über den Flughafen Köln/Bonn, in die Türkei. Sein aktueller Aufenthaltsort ist unbekannt. Auch der Anwalt des Beschuldigten, Frank Rösgen aus Dormagen, weiß nach eigener Aussage nicht, wo sich sein Mandant derzeit aufhält. "Ich habe die E-Mail, die an die Medien am Sonntag ging, bereits am Samstag erhalten und ihm geantwortet", sagt der Rechtsanwalt von der Kanzlei Blinken & Rösgen. Derzeit habe er aber keinen direkten Kontakt zu D. Die jüngste Mail sei vom Montag.

"Ich kenne D. schon seit mehreren Jahren. Er ist schon länger mein Mandant", sagte Rösgen der NGZ. Die Vollmacht, ihn zu vertreten, habe ihm D. ebenfalls per Mail erteilt. Zu den Vorwürfen gegen seinen Mandaten will Rösgen vorerst nichts genaueres sagen. "Ich warte noch auf das OK meines Mandaten, mich detaillierter öffentlich zu äußern", sagt Rösgen. Nur so viel: "Die Ermittler werden die Version meines Mandaten prüfen müssen." Rösgen habe Arif-Yavuz D. geraten, sich den Behörden zu stellen und glaubt, dass sein Mandant das auch bald tun werd, "wie er das angekündigt hat".

D. hatte in seiner E-Mail beteuert, nichts mit dem gewaltsamen Tod seiner 25-jährigen Freundin Cristina B. zu tun zu haben, die er angeblich erstochen gefunden haben will, als er aus der Sauna kam. In Panik habe er daraufhin das Hotel verlassen, weil er sicher gewesen sei, verdächtigt zu werden und nicht wisse, was er habe tun sollen.

(url/rl/jco)