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Dormagen: Hospizbewegung feiert 20-jähriges Bestehen

Dormagen : Hospizbewegung feiert 20-jähriges Bestehen

Für Schwerstkranke und Angehörige ist das Hospizteam im Einsatz. Seit der Vereinsgründung hat sich viel an der Struktur verändert.

Der Tod ist längst noch kein selbstverständlicher Teil des Lebens. Dass er irgendwann jeden Menschen einholt, wird oft verdrängt. Überbringen Ärzte ihren Patienten die Nachricht, sie seien unheilbar krank, oder tritt der Tod eines lieben Menschen plötzlich ein, benötigen Betroffene und Angehörige oftmals Unterstützung. Seit 20 Jahren wird ihnen diese in Dormagen durch die ehrenamtlichen Kräfte der Hospizbewegung zuteil.

"Anfangs war die Arbeit noch nicht so strukturiert, so bürokratisiert." Blickt die Vorsitzende der Hospizbewegung Dormagen, Sabine Köhler, auf die Gründungsjahre des eingetragenen Vereins zurück, fällt ihr schnell die Entwicklung der Hospizbewegung ein. Nach und nach professionalisierte sich die Arbeit der auf 42 Ehrenamtler angewachsenen Hospizbewegung — darunter sind nur drei Männer. "So richtig erklären lässt sich das nicht. Vielleicht liegt Frauen das soziale Engagement einfach näher", mutmaßt die stellvertretende Vorsitzende Dr. Silke Krämer.

Inzwischen koordinieren zwei Mitarbeiterinnen die Arbeit der Hospizbewegung. Sie teilen sich eine feste Stelle im Hospizbüro. "Wir stellen unter anderem den Kontakt zwischen Betroffenen, Angehörigen und unseren Ehrenamtlichen her", erklärt Koordinatorin Andrea Pyttlik. Wie viele Sterbende die Hospizbewegung in Dormagen jährlich begleitet, lässt sich nicht sagen. "Das unterscheidet sich stark", sagt Pyttlik. Leider werde der Kontakt zur Hospizbewegung oft erst gesucht, wenn beispielsweise Schwerstkranke nur noch wenig Zeit zum Leben hätten.

Finanziert wird die Arbeit der Hospizbewegung durch öffentlichen Gelder und Spenden. "Seit unserer Gründung hat sich im Bereich der Förderung viel entwickelt. Es wäre jedoch schön, wenn nicht nur die Sterbe-, sondern auch die Trauerbegleitung finanziell unterstützt würde", so Köhler. "Miete, Gehalt für die beiden Koordinatorinnen oder Projektwochen in Schulen müssen wir über Spenden aufbringen", sagt Krämer zusammenfassend. Ein Wunsch der Hospizbewegung wäre es, dass ein stationäres Hospiz im Stadtgebiet angesiedelt würde. "Derzeit müssen Sterbende in Hospizen in Köln, Kaarst oder Düsseldorf untergebracht werden", sagt Köhler. Das ist vor allem für ältere Angehörige aufgrund der langen Fahrtwege schwierig.

Zum runden Geburtstag hat sich das Team der Hospizbewegung Dormagen ein vielfältiges Programm überlegt. Los geht es am Mittwoch, 20. März, um 20 Uhr im Cineplex mit dem Kinofilm "Halt auf freier Strecke". Ein glückliches Ehepaar erfährt darin, dass ein Ehepartner einen inoperablen Hirntumor hat und sterben wird. Am Mittwoch, 24. April, lädt die Hospizbewegung zum Themenabend Kindertrauer um 18 Uhr in die Regenbogenschule in Rheinfeld ein. Dort wird unter anderem das Projektwochen-Programm "Hospiz macht Schule" vorgestellt.

Info Sprechstunde im Hospizbüro ist montags bis freitags von 9 bis 10.30 Uhr, unter 02133 478661.

(NGZ/rl)