Hospizbewegung Dormagen kooperiert mit Altenheimen

Ambulanter Dienst in Dormagen : Hospizbewegung geht in Altenheime

Ihr ambulantes Angebot der Begleitung Schwerstkranker und Trauernder hat die Hospizbewegung Dormagen jetzt auch auf Seniorenheime ausgeweitet. Diese neue Kooperation kommt gut an.

Die Hauptaufgabe des gemeinnützigen Vereins Hospizbewegung Dormagen ist die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender sowie ihrer Angehörigen zu Hause, im Krankenhaus – und seit kurzem auch im Seniorenheim. „Wir haben unseren ambulanten Dienst jetzt auch auf Dormagener Altenheime ausgeweitet, mit denen wir offiziell kooperieren“, erklärt Ute Wolter, die Vorsitzende der Hospizbewegung Dormagen. Denn die Erfahrung habe gezeigt, dass auch in den stationären Einrichtungen wie den Seniorenheimen die ehrenamtliche Hilfe der Hospizbewegung bei Kranken und ihren Familien gut ankomme: „Das ist für viele Familien eine Erleichterung und Unterstützung, die wir gern anbieten“, führt Wolter weiter aus.

Um die zusätzliche ehrenamtliche Arbeit stemmen zu können, werden weitere Helfer gesucht. „Dafür bieten unsere hauptamtlichen Koordinatorinnen Qualifizierungskurse an, für den nächsten ab Herbst können sich Interessierte gern jetzt schon an unser Hospizbüro wenden“, erläutert die Vorsitzende. In ersten Gesprächen erfahren die Teilnehmer, was von ihnen erwartet wird. Im ersten Quartal 2019 wurde ein solcher Grundkursus abgehalten, in dem sich viele Dormagener engagieren. „Es ist schön zu sehen, dass viele Menschen ihren Mitmenschen auch in schweren Zeiten helfen wollen“, sagt Ute Wolter.

Das zweite wichtige Standbein der Hospizbewegung ist die Trauerbegleitung. Dazu bieten die Koordinatorinnen Einzel- und Gruppengespräche an, auch ein Trauer-Café wird angeboten, inzwischen auch eins in einem Altenheim. „Es ist wichtig, die Angehörigen in ihrer ganz individuellen Trauer anzunehmen und aufzufangen“, hatte Dr. Udo Kratel, der stellvertretende Vorsitzende der Hospizbewegung Dormagen, erklärt. Stolz ist der Vorstand der Hospizbewegung auf die seit vielen Jahren sehr gut angenommene Projektwoche „Hospiz macht Schule“, die zum 20. Mal in der Schule Burg Hackenbroich stattfand. „Kinder können sich unbefangen mit dem Thema Tod und Sterben auseinandersetzen – auf kindgerechte Weise“, so Ute Wolter, die darauf hinweist, dass die Dormagener Hospizbewegung dieses Angebot als eine der zehn ersten Vereine aufgegriffen habe.

Einen Rück- und Ausblick über die Arbeit der 26 Jahre alten Hospizbewegung erhalten die Mitglieder bei der Jahresversammlung am 19. Juni. „Wir freuen uns über neue Mitglieder, die unsere Arbeit unterstützen, nicht nur über die vier, die noch zum Erreichen der 300-Mitglieder-Marke fehlen“, sagt die Vorsitzende.

Erfolgreich waren die Vernissage mit Amédé Ackermann und der Filmabend („Am Ende ist alles erst am Schluss“) in Knechtsteden. Letztere war so gut besucht, dass es 2020 im Bullenstall wieder einen Filmabend geben soll. Auch der Tanz in den Mai in der Tanzfabrik war gut für die Stimmung und die Spendenkasse, da drei Euro pro Eintrittskarte an die Hospizbewegung gingen.

Weitere Veranstaltungen sind in Vorbereitung: Im November wird es in der Kulturhalle wieder einen Infoabend über Patienten- und Vorsorgeverfügung mit den Experten der Hospizbewegung geben. Außerdem ist ein Konzert in der Christuskirche geplant. Zudem soll der „Letzte-Hilfe-Kursus“ wiederholt werden, wenn es genügend Interessenten für Sterbebegleitung gibt.