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Hospizbewegung Dormagen feiert ihr 25-jähriges Bestehen

Begleitung Sterbernder : Dormagener Hospizbewegung feiert ihr 25-Jähriges

Mit neuem Vorstand und einem gut aufgestellten Team von Ehrenamtlichen begeht die Hospizbewegung Dormagen ihr Jubiläumsjahr, in dem es noch zwei größere Veranstaltungen gibt.

Ihr 25-jähriges Bestehen in diesem Jahr feiert die Hospizbewegung Dormagen mit mehreren Veranstaltungen, so mit dem ausverkauften Tanz in den Mai in der Tanzfabrik zugunsten des Vereins. Für die 275 Mitglieder und zahlreiche Gäste sind zwei weitere Termine im Jubiläumsjahr geplant, mit denen der Vorstand um die neue Vorsitzende Ute Wolter „auf das Engagement unserer Hospizbewegung aufmerksam machen“ möchte: Am Samstag, 8. September, treten die Musikerinnen Anja Kämmerling und Christine Stengert als „Duo a piano“ mit „Contraste: Klassik bis Chanson“ um 19 Uhr in der Christuskirche auf. Am Mittwoch, 28. November, geht es ab 19 Uhr in der Kulle beim kostenlosen Themenabend „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht – wie macht man es richtig?“ inhaltlich um die Arbeit der Hospizbewegung. Dort wird Internist und Palliativmediziner Udo Kratel, der auch stellvertretender Vorsitzender der Hospizbewegung ist, gemeinsam mit Rechtsanwalt Michael Weber, Beisitzer des Vereins, erklären, worauf geachtet werden muss, um den „letzten medizinischen Willen“ eindeutig und rechtssicher zu formulieren. „Das alles geregelt zu wissen, gibt Schwerkranken und ihren Angehörigen große Sicherheit“, betont Koordinatorin Annemarie Hein, die seit 2017 mit ihrer Kollegin Andrea Pyttlik das Hospizbüro leitet.

Als Anlaufstelle für Informationen, Gespräche und ehrenamtliche Begleitung ist das Büro der Hospizbewegung an der Krefelder Straße 23 eine sehr gute Adresse. „Wir haben keine Warteliste“, weist Vorsitzende Wolter darauf hin, dass Angehörigen, die um individuell zu vereinbarende Begleitung bitten, so schnell wie möglich geholfen wird. „Wir besuchen die Kranken auch zu Hause, im Krankenhaus oder Heim“, erläutert Hein. Sie entscheidet, welcher der 44 gut ausgebildeten Ehrenamtlichen für den kostenlosen Begleitdienst der jeweiligen Familie passt. „Das hat bisher immer funktioniert“, sagt sie.

Die ambulante Hospizarbeit, bei der Schwerstkranke, Sterbende und ihre Angehörigen begleitet werden, fußt auf dem Grundsatz der „selbstbestimmten Gestaltung des letzten Lebensabschnittes“. Die Ehrenamtlichen unterstützen ein möglichst beschwerdefreies Sterben und ermutigen die Trauernden auf ihrem Weg in ein verändertes Leben. Dazu wird auch ein offener Trauer-Treff angeboten. „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“ – dieses Zitat des französischen Schriftstellers Guy de Maupaussant steht an einer Wand im Hospiz-Büro.

Für den Vorstand ist die Mitarbeiter-Qualifizierung und -Supervision sehr wichtig. „Ehrenamtler müssen ihre Erlebnisse besprechen können“, betont Schriftführerin Marlies Köhler. Sie hat beobachtet, dass es in der Gesellschaft immer noch viele Irrtümer über den Tod und das Sterben gibt: „Da kann es helfen, den Toten anzufassen, wie es früher üblich war beim Abschiednehmen“, sagt sie. Auch solle man Kinder nicht von Trauer und Tod ausschließen. Das erfolgreiche „Hospiz macht Schule“-Projekt zeige, dass sie sich sehr wohl mit dem Thema Abschied auseinander setzen können.