Dormagen: Horremer Schule als ein Soziales Zentrum

Dormagen : Horremer Schule als ein Soziales Zentrum

Das Stadtteilentwicklungskonzept "Soziale Stadt Horrem" könnte um Quartiersentwicklung im sozialen Bereich erweitert werden.

Der Stadtteil Horrem soll weiterentwickelt werden, darüber sind sich politische und gesellschaftliche Kräfte einig: Mit dem Stadtteilentwicklungskonzept "Soziale Stadt Horrem", das seit Jahren vorbereitet ist, möchte die Stadt Dormagen mit Hilfe von Fördergeldern vom Land und Bund sowie Privatinvestitionen 6,2 Millionen Euro in fünf Jahren in Horrem investieren. Als Vorbereitung haben sich Horremer Bürger und Interessierte in zwei Arbeitskreisen bereits mehrfach den Themen "Umgestaltung Dorfanger" und "Sicherheit/Licht" gewidmet. "Die Beteiligung der Horremer ist enorm und sehr zielführend", lobt Projektkoordinator Jürgen Schmitz von der Stadtverwaltung die aktive Bürgerschaft. Fachbüros sind beauftragt, nach den Anregungen der Bürger erste Entwürfe zu liefern, die noch mehrmals besprochen werden. Ende des Jahres sollen die Planungen stehen.

Aus der Horremer Grundschule soll ein Soziales Zentrum werden. Bürger geben Anregungen zur "Sozialen Stadt" - mit Planer Gregor Nachtwey, Koordinator Jürgen Schmitz, Manfred Klein von der "Initiative Horrem" (v.l.). Foto: LH/LBER

Neben der Verbesserung des öffentlichen Raums und der gleichzeitigen Investition in die Wohnungen durch die beiden Wohnungsbauunternehmen in Horrem könnte bald eine dritte Säule des Projekts hinzukommen: die Verbesserung der sozialen Infrastruktur. "Wenn der soziale Bereich ebenfalls mit einbezogen wird, kann sich Horrem in den nächsten Jahren sehr positiv entwickeln", meint Schmitz, der auf ein Arbeitsgespräch bei der Bezirksregierung verweist: "Die Landesregierung ist sehr an verstärkter Quartiersentwicklung interessiert." Dabei könnte die Christoph-Rensing-Schule als das zentrale Soziale Zentrum aufgebaut werden, wie Schmitz erklärt: "Lage und Bedeutung der Schule sind ideal." Der Stadtrat hat die Verwaltung bereits beauftragt, dort die Errichtung eines Lernortes für Schule und Kindergarten zu prüfen. Die Wirklichkeit hat diese Pläne bereits überholt, da wegen der fehlenden Ü3-Plätze nun kurzfristig zwei neue Gruppen der evangelischen Kita "Sonnenblume" ab August Räume im Souterrain der Schule beziehen werden. "Da die Rensing-Schule voll belegt ist, könnte ein Lernort frühestens 2016/17 angegangen werden", erläutert der Projektkoordinator.

Als zweites soziales Projekt könnte der "Dormagener Weg" weiterentwickelt werden, über den sich Landesarbeitsminister Guntram Schneider vor zwei Monaten beim Internationalen Bund (IB) in Horrem informiert hatte. Das Projekt des IB mit dem Jobcenter Rhein-Kreis Neuss, der Stadt Dormagen und dem Bildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Niederrhein fördert Jugendliche individuell, um sie auf Arbeit oder Ausbildung vorzubereiten. Schneider hatte sich für eine Wohnumfeldverbesserung in Horrem durch soziale Projekte wie Arbeitsplatzunterstützung ausgesprochen. Er hatte eine Förderung in Aussicht gestellt. Wie beim Neusser Kolpingbildungswerk-Projekt "Tandem" könnten junge Alleinerziehende beim "Dormagener Weg" für ihr Arbeitsleben fit gemacht werden - und gleichzeitig könnten ihre Kinder betreut werden. "Daran und an einer Kooperation mit Ausbildungsbetrieben im Top-West-Gewerbegebiet arbeiten wir noch", sagt Schmitz. Damit würde das Soziale-Stadt-Projekt eine weitere Förderung über den rein städtebaulichen Ansatz hinaus erhalten.

(NGZ)
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