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Dormagen: Horremer Orgel wird montiert

Dormagen : Horremer Orgel wird montiert

In den nächsten Tagen wird die neue Orgel der Kirche Zur Heiligen Familie in Horrem aus vielen Holzteilen zusammengesteckt und auf der Empore aufgebaut. Danach wird sie intoniert und am 18. November geweiht.

Mehrere hundert Einzelteile liegen auf den Bänken im Seitenschiff der Kirche Zur Heiligen Familie in Horrem: Die neue Orgel aus Holz wird in diesen Tagen zusammengebaut. "Wir stecken die Hölzer zusammen, so dass Zapfen und Vertiefungen ineinander greifen und verdübeln sie dann", erläutert Martin Scholz das Vorgehen. Sein Orgelbauunternehmen aus Mönchengladbach hat die Einzelteile passgenau angefertigt. "Diese Bauart ist aufwendig, erleichtert dann aber den Aufbau", stellt Martin Scholz heraus. Seit Dienstag ist er mit Clemens Tusch und zwei Mitarbeitern in der katholischen Kirche in Horrem im Einsatz.

Bis zur Fertigstellung, die noch rund eine Woche dauern kann, müssen die Gottesdienstbesucher auf das Seitenschiff verzichten. "Aber dafür haben sie vorigen Sonntag bereits verständnisvoll reagiert", berichtet Pfarrer Peter Stelten. Schließlich sei die Gemeinde froh, bald eine neue Orgel zu haben, nachdem die ursprüngliche nicht mehr zu reparieren war. Für die Übergangszeit stellte das Erzbistum eine Leihorgel zur Verfügung. "Die neue Orgel ist fantastisch. Das ist in Zeiten strikter Sparpläne ein tolles Signal, dass Kirche in ihre Gemeinden auch investiert", betont Stelten. Knapp 200 000 Euro kostet das Instrument, rund 40 000 Euro musste die Gemeinde durch Spenden finanzieren.

Auch Kantor Horst Herbertz freut sich auf das erste Mal, wenn er auf der Orgel spielen kann. Zuvor wird Martin Scholz das Instrument erst noch stimmen. Bei der Orgelweihe am 18. November, die der Kölner Erzbischof, Joachim Kardinal Meisner, übernehmen wird, soll die Turmorgel dann erstmals offiziell erklingen. Angelehnt ist sie an französische Chororgeln des 19. Jahrhunderts. Sie hat 14 Register, zwei Manualwerke und ein Gehäuse mit zwei Bälgen, die offen einsehbar sind. "Wir können bald sehen, wie die Orgel atmet", erläutert Herbertz. "In dieser modernen Kirche konnten wir diese Form der Orgel wählen, die nicht von der Stange kommt, sondern sehr individuell ist", weist Herbertz auf die hohe Orgelbaukunst von Martin Scholz aus Mönchengladbach hin. Der Kantor und die Gemeinde haben sich in der Werkstatt vom Fortschritt ihrer Orgel überzeugen können.

Für das neue Kircheninstrument wurde die Empore neu gestaltet, ein Zwischenträger wurde entfernt, die Wände gestrichen und die Balustrade aus Glas gefertigt. Dazu erhielt auch die Kirchenwand einen neuen, weißen Anstrich. Die Orgel wird näher an den Rand der Empore gebaut als die bisherige. Für die großen Gehäuse-Teile wurde ein Lift genutzt, um die schweren Hölzer vom Kirchenraum auf die Empore zu wuchten. Dort ist die Orgel bald in ganzer Schönheit zu sehen.

(NGZ/ac)