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Dormagen: Horremer besuchen ihre Orgel

Dormagen : Horremer besuchen ihre Orgel

Die Kirche "Zur Heiligen Familie" in Horrem erhält eine neue Orgel. Das rund 200 000 Euro teure Instrument wird ab Mitte September aufgebaut. Am 18. November weiht Joachim Kardinal Meisner die Orgel ein.

Ein hohes Gestell zeigt die Ausmaße des sechs Meter hohen Instrumentes: Die 25 Mitglieder der Gemeinde St. Michael Dormagen-Süd staunen über die Vorbereitungen für ihre neue Orgel, die rechtzeitig zum Advent die Kirche "Zur Heiligen Familie" in Horrem mit schönem Klang erfüllen soll. In der Werkstatt von Orgelbauer Martin Scholz in Mönchengladbach überzeugte sich eine Abordnung der Gemeinde vom Fortschritt ihres Instrumentes.

"Das war sehr bewegend und interessant zu sehen, wie die Orgel wächst", berichtet Krankenhauspfarrer Peter Mario Werner, der mit nach Mönchengladbach gefahren war. Auch Kantor Horst Herbertz, der die musikalischen Absprachen mit Orgelbauer Martin Scholz geleistet hatte, sah sich die entstehende Orgel an. Zurzeit müssen die Horremer mit einer Ersatz-Orgel leben, nachdem das ursprüngliche Instrument defekt und 2009 ausgemustert worden war.

"Wir freuen uns sehr, dass wir diese neue Orgel als Ersatzbeschaffung bauen lassen dürfen", betont Pfarrer Peter Stelten. Die Gemeinde St. Michael Dormagen-Süd, zu der die Horremer Kirche gehört, muss einen Eigenanteil von etwa 40 000 Euro für die insgesamt rund 200 000 Euro teure Orgel erbringen. "Dazu sammeln wir Spenden und sparen, auch wenn das noch Jahre dauert", erklärt Pfarrer Stelten, der die Investition, die das Erzbistum in die Horremer Kirche steckt, als "wunderbares Zeichen für die Gemeinde" sieht. So wird Joachim Kardinal Meisner am 18. November mit einem Pontifikalamt um 9.30 Uhr die neue Orgel in Horrem selbst einweihen.

Bis zu diesem Termin muss das Instrument aufgebaut sein. "Wir liegen gut im Zeitplan", sagt Orgelbauer Martin Scholz, der in seiner Werkstatt gern die Fragen der Horremer beantwortet hat: "Es ist schön, wenn die Anteilnahme der Gemeinde so groß ist wie hier." Zurzeit werden die letzten Arbeiten verrichtet, so dass Scholz ab Mitte September mit dem Aufbau in der Kirche rechnet.

Die sechs Meter hohe Turmorgel, die vorn an der Brüstung der Empore angebracht werden wird, hat zwei offen liegende Blasebälge, an denen zu sehen ist, wie das Instrument atmet. "Das ist die Lunge der Orgel — und die muss man nicht verstecken", erläutert Martin Scholz.

Die neue Turmorgel wird noch vor der Einweihung eingespielt, um den Klang zu testen. "Damit wollen wir nicht bis zur Einweihung warten", erklärt Stelten. "Weil eine neue Orgel immer viel Geld kostet, soll eine Disposition realisiert werden, die mit relativ wenigen Registern einen großen Orgelklang bietet", hatte Kantor Herbertz auf das Vorbild französischer Chororgeln des 19. Jahrhunderts verwiesen.

(NGZ/rl)