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Kommentar: Hoher Preis fürs Spekulieren

Kommentar : Hoher Preis fürs Spekulieren

Vom Optimismus, der noch im Mai zu spüren war, ist wenig übrig geblieben. Damals waren die Initiatoren der Pumpen-Lösung im Gohrer Landgasthaus überzeugt, mit ihrem Vorschlag einen gangbaren Weg gefunden zu haben.

Der Kompromiss, der den jahrelangen Grundwasser-Streit löst, schien in greifbarer Nähe. Davon kann heute keine Rede sein. Wenn laut Mitteilung des Rhein-Kreises Neuss in fünf Monaten erst gut die Hälfte der notwendigen Verträge unterschrieben worden ist — wie, bitte schön, soll in den wenigen verbleibenden Wochen bis zum Jahresende die Zielmarke 150 erreicht werden?

Angesichts dieser düsteren Aussichten könnte aus der vom Grundwasser bedrohten Gemeinschaft im Unterdorf alsbald ein Haufen von Alleinkämpfern werden. Preiswerter wird ihr individueller Schutz nicht — im Gegenteil. Offenbar sind eine ganze Reihe von Gohrern gewillt, es darauf ankommen zu lassen. Sie glauben nicht, dass das Grundwasser sie einmal bedrohen wird. Das ist reine Spekulation nach heutigem Wissen. Dennoch wollen sie die 8240 Euro für die Pumpen-Lösung sparen — vielleicht ein zu hoher Preis.

Klaus D. Schumilas

(NGZ)