1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Hoffmann und CDU im Streit

Dormagen : Hoffmann und CDU im Streit

Während seine Fraktion einen Zuschuss für die Römertherme ablehnt, unterschreibt Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann bei den Befürwortern. Für das andere Bürgerbegehren ist die nötige Zahl an Unterschriften erreicht.

Große Uneinigkeit zwischen Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann (CDU) und der CDU-Fraktion: Die Position seiner Parteikollegen zur Römertherme bezeichnet Hoffmann ganz offen als "falsch". Während sich die Fraktion dagegen ausspricht, dass städtische Mittel in die Römertherme fließen, um dort das jährliche Defizit zu schließen, unterschreibt Hoffmann bei den Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Erhalt des Freibades. "Demonstrativ", wie Hoffmann betont, "denn ich erhoffe mir dadurch die Unterstützung von Bürgern für die Römertherme".

Der Bürgermeister will so ein Zeichen für die klare Position der Rathausverwaltung setzen. Die lautet: Den Empfehlungen des Gutachters Altenburg folgen und ein neues Bad errichten anstelle der Sanierung von zwei maroden Hallenbädern: ferner die Römertherme bezuschussen (über die städtische Tochter SVGD). "Diese Wasserfläche braucht Dormagen." Demgegenüber sieht die CDU die Stadt "finanziell und rechtlich" nicht in der Lage, eine "neue freiwillige Leistung für das Vereinsbad" zu übernehmen, das von "vielen Auswärtigen" besucht werde, so Fraktions-Vize Reinhard Hauschild. Koalitionspartner FDP trägt die CDU-Haltung im Grundsatz mit, hält sich aber ein Hintertürchen offen: Eine Beteiligung der städtischen Tochtergesellschaften möchte Karl-Heinz Meyer "nicht kategorisch ausschließen". Er sieht noch Chancen, die Römertherme zu retten, die ohne städtischen Zuschuss, so der TSV, zum Jahresende schließen wird. Meyer bringt einen "Förderverein Römertherme" ins Gespräch, der sich "aktiv um eine zusätzliche Finanzierung der Betriebskosten kümmert".

Wie viele Unterschriften der TSV bislang einholte ist offen. "Eine genaue Zahl können wir noch nicht sagen", so ein TSV-Sprecher. Für das andere Bürgerbegehren, mit dem die Sanierung der beiden städtischen Hallenbäder in Nievenheim und in der Stadtmitte gefordert werden, sind die benötigen 3038 Unterschriften gesammelt worden. Das bestätigte Kerstin Born, Sprecherin der Bürgerinitiative BAD. "Wir werden am Dienstag entscheiden, wann wir die Unterschriften im Rathaus vorlegen." Um eine Abstimmung über dieses Bürgerbegehren in der nächsten Ratssitzung am 20. September zu erreichen, müssen die Unterschriften aufgrund der Einladungsfrist bis Ende nächster Woche im Rathaus vorgelegt werden, sagte gestern Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann. Sollte auch das Bürgerbegehren des TSV Bayer zeitig eingereicht werden, soll an einem Sonntag über beide Bürgerentscheide abgestimmt werden. Sollten beide erfolgreich sein, müsse über die Auswirkungen auf den städtischen Haushalt neu diskutiert werden, so Hoffmann.

(NGZ/url)