Großveranstaltung in Dormagen „Sturm auf Zons“ mit drei Highlights

Zons · Seit einigen Jahren lockt die Mittelalter-Veranstaltung „Sturm auf Zons“ tausende Besucherinnen und Besucher für ein Wochenende nach Zons.

 Im Jahr 2019 fand der „Sturm auf Zons“ aufgrund der Corona-Pandemie zum letzten Mal statt.

Im Jahr 2019 fand der „Sturm auf Zons“ aufgrund der Corona-Pandemie zum letzten Mal statt.

Foto: Markus Rick (rick)

Bereits zum fünften Mal steht für die mittelalterliche Stadt Zons eine Reise in die Vergangenheit an – vom 27. bis 29. Mai findet erneut der sogenannte „Sturm auf Zons statt. Auch dieses Mal wird die Veranstaltung, die in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen musste, auf drei verschiedenen Komponenten basieren: dem Mittelaltermarkt im Zonser Burggelände, das öffentlichen Heerlager sowie die Schaukämpfe bzw. die Aufführung „Sturm auf Zons“.

Im Jahr 2016 fand die besondere Veranstaltung erstmalig statt. Ideengeber ist der zugezogene Zonser

Wolfgang Göddertz. Er erzählt: „Ich bin 2014 nach Zons gezogen und habe damals mein Hobby mitgebracht. Zons mit seiner Geschichte schreit ja förmlich danach, das Thema Mittelalter aufzugreifen. Ich habe dann relativ schnell Gleichgesinnte gefunden und wir gründeten den Verein „Zonser Garnison AD 1474“. Der Zweck des Vereins sei dabei die Förderung des Geschichtsbewusstseins über die mittelalterliche Zollfeste und die Planung historischen Veranstaltungen, „die Geschichte erlebbar machen“. Die Idee einer Veranstaltung wie „Sturm auf Zons“ habe sich schnell angebahnt: „Die Wiederaufführung von historischen Ereignissen ist keine Neuheit, das gibt es bereits in vielen anderen Städten“, erklärt Göddertz. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen daher zwei Schaukämpfe, die an den Neusser Krieg in den Jahren 1474/1475 erinnern. Die Geschichte: Der damalige Kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz stand an der Seite Karls des Kühnen und gegen das Kölner Domkapitel und Kaiser Friedrich III., man stritt sich unter anderem über die Rechte an Zons und den Rheinzoll.

Wolfgang Göddertz zeigt auf, worauf sich die Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr freuen dürfen.

Das Heerlager

Bereits ab Mittwoch, 25. Mai, finden sich zahlreiche Mittelalter-Fans aus ganz Europa auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern südlich der Stadtmauer ein und richten dort ihr Lager ein. „Wir rechnen mit rund 350 Teilnehmern aus Deutschland, Frankreich, Polen und weiteren Ländern“, so Göddertz. Für wenige Tage verwandelt sich dieses Camp in ein mittelalterliches Dorf. „Es wird keine Technik geben, die Menschen werden verkleidet sein und so leben, wie es die Menschen im Mittelalter getan haben.“ Der Heerlager darf jederzeit besucht werden: „Die verschiedenen Gruppierungen haben sich unterschiedliche Sachen überlegt. So wird das Lagerleben der Sölder, Knechte und Adligen dargestellt, es wird mittelalterlich gekocht, Waffen und Rüstungen werden zum Anfassen präsentiert und auch ursprüngliche Handarbeiten angefertigt.“ Schulen und Kindergärten sind eingeladen, sich das historische „Camp“ im Rahmen einer Führung anzusehen. „Dafür haben wir beim Heimatpreis der Stadt Dormagen den Sonderpreis der Energieversorgung Dormagen für die Jugendarbeit erhalten haben“, so Göddertz stolz.

Mittelaltermarkt in der Burg

Rund 50 Stände erwarten die Besucherinnen und Besucher auf dem mittelalterlichen Markt. Die Marktzeiten sind Samstag, 28. Mai, von 10 bis 20 Uhr und Sonntag, 29. Mai, von 11 bis 18 Uhr. Eine Auflistung der Händler findet sich auf der Website der Veranstaltung. Mit dabei ist unter anderem ein Waffenmeister mit Waffen und Rüstungen,  zudem gibt es historische Gewänder, Felle, Liköre, Kinderspielzeug für Ritter- und Prinzessinnenherzen sowie ein historischer Tischler. Auch für Speis und Trank ist gesorgt. So gibt es eine Hexenschränke, Flammkuchen, Steaks, Süßwaren und vieles mehr. Gleich zwei Tavernen laden zum Anstoßen ein. Bereits am Freitag, 27. Mai, zwischen 18 und 22 Uhr findet der sogenannte „Tavernenabend“ statt.

Sturm auf Zons

An zwei Nachmittagen (Samstag und Sonntag) zwischen 15 und 16 Uhr findet dann das Highlight der Veranstaltung statt. Der „Sturm auf Zons“, die historische Schlachtinszenierung. „Dabei werden den Neusser Krieg für jung und alt nachstellen“, erklärt der Veranstalter. Eine Besonderheit: „Aus Rücksicht auf die Ukraine-Flüchtlinge in Dormagen und Zons haben wir auf Wunsch und in Absprache mit der Stadt Dormagen entschieden, dieses Jahr beim Sturm auf alle Böllerwaffen zu verzichten.“

Neben den drei Kernkomponenten sind außerdem ein Ritterturnier für Kinder sowie zwei Umzüge der Heerlager durch Zons geplant. „Wir rechnen schon damit, dass wieder einige Tausende die Veranstaltung besuchen werden. Wir haben über die Jahre nur positive Rückmeldungen erhalten.“ Damit dies auch so bleibt und die Zonser nicht von parkenden Autos gestört werden, setzt der Verein in diesem Jahr Pendelbusse von Dormagen nach Zons ein. „Wir appellieren an alle, nicht in Zons zu parken. Wir werden die Parkplätze ausschildern.“

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