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Dormagen: Hilgers kritisiert Werbegemeinschaft

Dormagen : Hilgers kritisiert Werbegemeinschaft

Er ist weniger ein ehemaliger Bürgermeister als vielmehr die soziale Stimme dieser Stadt. Wenn Heinz Hilgers das Wort erhebt und etwas kritisiert, findet er Gehör. Das ist auch im Fall des Caritas-Kaufhauses so. Ein Projekt, dass neben Grevenbroich und Neuss auch in Dormagen verwirklicht werden soll. Ein anerkanntes Vorhaben, das jedoch nicht alle gut finden.

So gab es bei der Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft Stadt Dormagen (WSD) Misstöne: Dort stellten Vertreter der Caritas den Plan vor, in der Innenstadt ein solches Kaufhaus einzurichten, und waren sehr überrascht über den Gegenwind. Da war unter anderem die Rede von "Pennern", die sich dann dort im Umfeld aufhalten würden. Die Stimmung unter den WSD-Mitgliedern war insgesamt kritisch, nicht positiv. "Unfassbar", sagt Heinz Hilgers, "eine solche Aussage geht weit über das vertretbare Maß hinaus."

Er spricht von "verächtlichen Äußerungen", die von einem "erschreckenden Menschenbild zeugen". Hilgers wurde 2007 mit der Lorenz-Werthmann-Medaille des Deutschen Caritas-Verbandes ausgezeichnet, die für Engagement gegen soziale Kälte und Ausgrenzung verliehen wird. Er weist darauf hin, dass gerade Gastronomie und Einzelhandel die Branchen sind, in denen Beschäftigte nicht von ihrem Lohn leben können, "sondern ihr Einkommen aufstocken müssen. Die gehen ins Caritas-Kaufhaus oder zur Tafel". Hilgers wirbt dafür, dass hilfsbedürftige Menschen "Partner mit einem feinen Menschenbild benötigen, die ihnen mit Wertschätzung begegnen".

Der Vorstand der Werbegemeinschaft hat bislang öffentlich noch nicht auf die verbalen Ausfälle reagiert, ebenso wenig Unterstützung für die Caritas bei deren Suche nach einem geeigneten Ladenlokal signalisiert.

(schum)