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Hilfe für Musiker Haetty: 277 Personen kommen zur Typisierung in Dormagen

Hilfe für Musiker Haetty : Typisierung findet große Resonanz

277 Dormagener ließen sich am Samstag für den an Leukämie erkrankten und aus Delhoven stammenden Musiker Guido Mauss durch die DKMS typisieren. Jetzt steigt die Hoffnung auf einen geeigneten Spender.

Während die meisten sich im Trubel der Vorweihnachtszeit verlieren, um Geschenke einzukaufen, das Festessen vorzubereiten und zu überlegen, wie sie ihren Liebsten eine besondere Freude machen können, liegt der 44-jährige Musiker Guido Mauss, auch bekannt als „Haetty“, in der Universitätsklinik und kämpft gegen den Blutkrebs. Erst im November diagnostiziert, geraten die Träume und Wünsche des ehemaligen Dormageners ins Wanken. „Er will Musik machen, im nächsten Jahr seine Freundin heiraten und ein aktives Leben führen“, beschreibt Maike Lachnicht, die ihn durch ihren Mann René kennt.

Ebenso wie 50 weitere aktive Helfer habe sie keine Sekunde gezögert und eine groß aufgezogene Typisierungsaktion mithilfe der Deutschen Knochenmarkspenderzentrale ins Leben gerufen. „Wir sind so dankbar, dass wir diese Aktion im Historischen Rathaus durchführen dürfen und Bürgermeister Erik Lierenfeld die Schirmherrschaft übernommen hat“, sagte sie. Derweil sie  zahlreiche potenzielle Knochenmarkspender begrüßte, bewarb ihr Mann die Aktion auf der Kölner Straße – verkleidet als überdimensionales Blutkörperchen. Beinahe jeder Passant blieb stehen und hörte zu. Wer sich bis dato noch nicht hatte typisieren lassen, schlug den Weg ins Historische Rathaus ein, um sich mittels Wattestäbchen eine DNA-Probe entnehmen zu lassen. „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein – so einfach ist es wirklich“, sagte Maike Lachnicht.

Eigentlich sollte die Typisierungsaktion um 15 Uhr enden – doch vor der Tür standen immer noch hilfsbereite Frauen und Männer. So kam es zum stolzen Endergebnis von 277  Typisierungen – mehr noch als am 8. Dezember in Köln, wo der Gitarrist derzeit lebt. Begleitet wurde die Aktion von Helfern der DKMS, unter anderem von der Ehrenamtlichen Julia Schriddels und von der Werksstudentin Laura Tielkes. „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, die DKMS zu unterstützen“, sagte Schriddels.  Die Resonanz bewertete sie ebenfalls als durchaus positiv. „Vor allem vor dem Hintergrund, dass Guido inzwischen in Köln lebt und viele aus dem Rhein-Kreis Neuss bereits registriert sind.“

Auch wenn es vorrangig um den Musiker ging, bestehe natürlich  die Möglichkeit, dass weitere auf eine Stammzellspende angewiesene Menschen von den Kölner und Dormagener Aktionen profitieren. So finde nur ein Drittel der Patienten  innerhalb der Familie einen geeigneten Spender. Mitgemacht hatten auch  Bekannte und Freunde von Guido, so wie Dirk Nikolai. „Wir kennen uns schon ewig durch die Musik – und es ist keine Frage, dass ich mich typisieren lasse“, betonte er. Und Maike Lachnicht ergänzte: „Wir danken allen Helfern und allen, die mitfiebern. Wir wollen alles dafür tun, dass Guido sich seine Träume erfüllen kann.“