Dormagen: Hier stehen die Handy-Sender

Dormagen : Hier stehen die Handy-Sender

45 Mobilfunksendeanlagen gibt es nach Angaben der Verwaltung in der Stadt. Manche Antennen sind von außen gut sichtbar, andere unter Kirchendächern versteckt. Wo die Anlagen stehen, kann jeder im Internet nachschauen.

Drei von 45 Mobilfunksendeanlagen in Dormagen stehen auf städtischem Grund: eine auf dem Gerätehaus der Feuerwehr an der Feldstraße in Stürzelberg, eine auf der Notunterkunft an der Piwipper Straße in Rheinfeld.

Ein großer Sendemast steht zudem auf der Sportanlage Zons an der Wilhelm-Busch-Straße. Über die restlichen 42 Standorte auf privaten Grundstücken schweigt die Verwaltung aus Datenschutzgründen. "Die Anlagen sind zum Teil nicht zu sehen", sagt eine Stadtsprecherin. Betreiber und Eigentümer seien "nicht immer einverstanden, dass das öffentlich wird".

Kein Grund zur Geheimniskrämerei

Die Angst vor Strahlengegnern ist offenbar groß. Grund zur Geheimniskrämerei gibt es indes nicht. Die Bundesnetzagentur stellt im Internet (emf2.bundesnetzagentur.de/karte.html) eine Datenbank zur Verfügung. Hier kann jeder Bürger nachschauen, ob es Masten in seiner Umgebung gibt (siehe unsere Grafik). Eine Anlage mit zwölf Antennen befindet sich demnach beispielsweise an der Kölner Straße in unmittelbarer Nähe der Pfarre St. Michael.

Sie ist allerdings nicht im Kirchturm versteckt, sondern gut sichtbar auf dem Dach des Hotels "Dormagen Inn" installiert. Pfarrer Peter Stelten bestätigte auf Nachfrage aber, dass es eine Antenne in der St. Martinus Kirche in Zons gibt.

"Kirchen sind aufgrund ihrer Höhe idealtypisch für solche Anlagen", sagt der Sprecher der Bundesnetzagentur, Rudolf Boll. Ohne eine Genehmigung bzw. Standortbescheinigung der Behörde darf nirgendwo ein Sendemast gebaut werden. Experten messen regelmäßig, ob die Strahlenbelastung die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreitet.

Das Verfahren sei "sehr transparent", die Datenbank im Internet werde "millionenfach aufgerufen", sagt Boll. "Wir rechnen im Worst-Case-Szenario aus, in welchem Abstand man sich regelmäßig in dem Bereich aufhalten kann."

Reich wird man mit der Vermietung von Eigentum für Mobilfunkanlagen eher nicht. Die Zahlungen seien standortabhängig, teilt etwa der Konzern Vodafone mit, ohne konkrete Angaben zu machen. Die Stadt Dormagen kassierte im vergangenen Jahr für alle drei Standorte rund 13 562 Euro Pacht.

Hier geht es zur Infostrecke: Gerichtsurteile zu Handys am Steuer

(NGZ/rl)
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