Dormagen: Heraeus verkauft seine Zahngold-Sparte an Mitsui

Dormagen : Heraeus verkauft seine Zahngold-Sparte an Mitsui

Der Edelmetall-Konzern Heraeus zieht sich aus dem Geschäft mit Zahngold, -prothesen und Betäubungsmitteln zurück.

Das traditionsreiche Dental-Geschäft, bisher eines der sieben Standbeine des Hanauer Unternehmens, wird für 450 Millionen Euro an den japanischen Chemiekonzern Mitsui verkauft, wie die beiden Vertragspartner gestern erklärten. Das Geschäft habe sich immer weiter vom Kerngeschäft von Heraeus entfernt, weil sich die Patienten heutzutage mehr Keramik und Kunststoff einsetzen lassen statt Goldkronen und -füllungen, begründete ein Sprecher die Entscheidung.

Heraeus Dental mit der Führungsgesellschaft Heraeus Kulzer beschäftigt rund 1400 Mitarbeiter, davon knapp die Hälfte in Deutschland. Im vergangenen Jahr hatte die Heraeus-Sparte die Streichung von 160 Arbeitsplätzen in Deutschland angekündigt, der Standort Dormagen soll bis Ende 2014 geschlossen werden. Der neue Eigentümer plane keine weiteren Streichungen, betonte das Unternehmen. Sitz von Heraeus Kulzer soll Hanau bei Frankfurt bleiben, die Führungsmannschaft bleibe an Bord.

Heraeus war in den 1920er Jahren in das Dental-Geschäft eingestiegen. Mitsui Chemicals beliefert mit der Tochter Sun Chemicals bisher vor allem Zahnärzte und -labore in Japan mit Materialien und sieht mit dem Zukauf Chancen auf die angestrebte weltweite Expansion. Der Deutschland-Sitz von Mitsui ist in Düsseldorf.

In den vergangenen Jahren hatte der Umsatz von Heraeus im Dental-Geschäft bei 360 Millionen Euro stagniert. Der operative Gewinn (Ebit) der Sparte lag laut Mitsui 2012 bei 16,2 Millionen Euro. Im Konzern setzt Heraeus 4,8 Milliarden Euro mit Produkten und weitere 21,3 Milliarden Euro im Handel mit Edelmetallen um. Das Geld aus dem Dental-Verkauf will der Konzern in das Wachstum stecken.

(NGZ)
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