Weihnachts-Tournee Dormagener Harfenistin tritt mit den Höhnern auf

Hackenbroich · Die Hackenbroicherin Paula Naumann (21) spielt seit 16 Jahren Harfe. Jetzt begleitet sie die Kölner Band Höhner auf deren Weihnachts-Tour durch 23 Städte. Welches Stück sie für ihren Solo-Auftritt wählt, verrät sie noch nicht.

 Die Harfenistin Paula Naumann aus Dormagen tritt ab Mittwoch mit den Höhnern auf deren Weihnachts-Tournee auf.

Die Harfenistin Paula Naumann aus Dormagen tritt ab Mittwoch mit den Höhnern auf deren Weihnachts-Tournee auf.

Foto: Naumann

An einem sonnigen Tag im Oktober klingelt das Telefon bei Naumanns in Hackenbroich: „Henning Krautmacher von den Höhnern hier, guten Tag.“ Der Beginn des bisher größten Abenteuers für Paula Naumann, 21 Jahre jung und Harfenistin. Sie wird die Kölner Kultband auf ihrer Weihnachtstour begleiten.

Am Mittwochabend ist Premiere in Mönchengladbach, 22 weitere Auftritte zwischen Neuss und Bergheim, Trier und Siegen werden mit den Höhnern folgen. „So eine Erfahrung kriege ich nie wieder“, sagt Naumann, die bei allem Respekt vor den zwischen 800 und 1200 Zuschauern fassenden Hallen ziemlich gelassen wirkt. Die Vorfreude überwiegt – Vorfreude darauf, ihr „wunderschönes Instrument mit seinem warmen Klang“ vor großem Publikum spielen zu dürfen.

Naumann und die Harfe, sie sind ein Team seit 16 Jahren und miteinander gewachsen. Die erste Harfe war selbstgeschnitzt und mit Einhorn verziert. Passend für eine Fünfjährige, die sich in der musikalischen Früherziehung in das außergewöhnliche Saiteninstrument verguckt hatte. Heute steht eine Konzertharfe mit 47 Saiten im Wohnzimmer der Familie.

Warum gerade die Harfe? „Ich kann damit wunderbar Emotionen transportieren, man hört ihren Klang überall heraus“, schwärmt die junge Hackenbroicherin. Auch optisch sind die groß gewachsene Blonde mit den blauen Augen und ihr Instrument ein „perfect match“. So zumindest wird es ihr oft gespiegelt, sagt Paula Naumann: „Die Leute sagen ganz oft, das Instrument passt zu mir.“

Die 21-Jährige scheint einen guten Draht nach innen zu haben. Sie kennt sich und wählt offenbar intuitiv, was ihren Neigungen entspricht – musikalisch und auch im Beruf. Seit zwei Monaten hat Naumann den Bachelor in Betriebswirtschaftslehre in der Tasche und arbeitet jetzt als Prüfungsassistentin bei Ernst & Young in Düsseldorf. Wenn die Leibniz-Abiturientin sagt: „Ich wusste, was ich werden wollte, und brauchte kein freies Jahr, um mich zu finden“, klingt das ganz selbstverständlich. Nächstes Ziel: Ein vom Arbeitgeber unterstütztes Masterstudium und der Abschluss als Wirtschaftsprüferin. Musik ist Paula Naumanns Hobby, „sie hilft mir beim runterkommen“. Ein Studium der Musikwissenschaften aber kam nie in Frage.

Bislang trat Paula Naumann  – gebucht über persönliche Empfehlung oder ihre Internetseite – zumeist auf Hochzeiten oder Firmenfeiern auf und gab in den vergangenen zwei Jahren auch ein Weihnachtskonzert im Pfarrheim an St. Katharina in Hackenbroich. „Das fällt durch die Höhner-Tour dieses Jahr leider aus“, bedauert die Harfenistin, kündigt im selben Atemzug aber einen Ersatztermin im März an.

Heute Abend bei der Generalprobe trifft Paula Naumann die Höhner zum ersten Mal persönlich. Wie genau sieht ihr Part bei der „Höhner Weihnacht“ aus? „Also ich werde jetzt nicht Viva Colonia auf der Harfe spielen“, sagt sie lachend. Einige der Melodien aus ihrem umfangreichen Repertoire werden mit kölschen Texten neu interpretiert. Die Band selbst hat bereits mehrere Weihnachtsalben mit besinnlichen Liedern veröffentlicht. Welches Stück Paula Naumann für ihren Solo-Auftritt wählt, verrät sie im Vorfeld noch nicht. Wer’s wissen möchte, kann ja eines der 23 Konzerte der Höhner mit der Dormagenerin besuchen.

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