1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Handhygiene ist ein Muss

Dormagen : Handhygiene ist ein Muss

Zum Tag der Hände informierte das Kreiskrankenhaus Dormagen seine Mitarbeiter und die Besucher über die richtige Hygiene. Zuhause sind Desinfektionsmittel nicht nötig – Wasser und Seife genügen.

Zum Tag der Hände informierte das Kreiskrankenhaus Dormagen seine Mitarbeiter und die Besucher über die richtige Hygiene. Zuhause sind Desinfektionsmittel nicht nötig — Wasser und Seife genügen.

Das Schwarzlicht deckt es unmissverständlich auf. Die dunklen Flecken auf den Händen sind nicht ausreichend desinfiziert. Ein peinlicher Moment für jeden Mitarbeiter eines Kreiskrankenhauses. "Meistens wird ein Daumen nicht genügend desinfiziert", sagt Michael Göbbels, Hygienefachkraft im Kreiskrankenhaus Dormagen, das gestern anlässlich des Tages der Hände über Hygienemaßnahmen informierte. Ein Thema, dass angesichts der aktuellen EHEC-Infektionen noch zusätzlich an Bedeutung gewonnen hat.

Auch die Außenseite der Hand weist einen großen schwarzen Fleck auf, mehrere kleinere zeichnen sich an den Fingern ab. Deshalb empfiehlt Göbbels auch nach dem Tragen der Handschuhe die erneute Desinfektion: "Unter den Handschuhen wird geschwitzt, dadurch verteilen sich die Erreger auf der ganzen Hand." Die Hygiene im Krankenhaus ist nicht mit der im Privaten zu vergleichen. "Wir sind hier für mehrere tausend stationäre und ambulante Patienten verantwortlich, deren Immunsystem geschwächt ist", sagt Marion Halwas. Zuhause hingegen würde das regelmäßige Verwenden von Desinfektionsmittel sogar die Abwehrkräfte schwächen. Man wäre anfälliger für Allergien und Krankheitserreger. "Privat reicht das übliche Händewaschen, wie man es als Kind gelernt hat", sagt Michael Göbbels.

Krankenhausbesucher Wolfgang Brill sieht das genauso. "Wasser und Seife reichen mir", sagt er. Gertrud Dung dagegen hat neben ihrem Waschbecken Desinfektionsmittel stehen. "Ich wasche meine Hände sehr häufig, während des Kochens, oder wenn ich von draußen nach Hause komme", sagt die 77-Jährige. Gepflegte Hände schätzt sie, auch wenn ihre eigenen im Laufe der Jahre sehr gelitten haben bei der Pflege eines 2000 Quadratmeter großen Gartens und der Versorgung von vier Töchtern. Mit ihren 16 Jahren verschönert Jennifer Frania ihre Finger gerne mit Nagellack. Bei jungen Männern achtet sie aber nicht explizit auf gepflegte Hände. "Man sollte sich allgemein gut pflegen, nicht nur die Hände", sagt sie. Als Praktikantin im Krankenhaus kennt sie natürlich die besonderen Hygienevorschriften dort. Übertragen auf Zuhause muss sie die strengen Vorschriften nicht — trotz der aktuellen Diskussion um den EHEC-Virus, erklärt Michael Göbbels. Er verweist auf den Hinweis des Robert-Koch-Instituts — danach sollte man Salate und Gemüse gründlich waschen. "Und vor dem Gemüse natürlich immer erst die Hände waschen, wie sich das beim Kochen gehört", so Göbbels. Und dann gilt bei der Seife das gleiche Prinzip wie beim Desinfizieren: die Daumen nicht vergessen.

(NGZ)