Dormagen: Hackenbroicher ist "Köbes Colonius"

Dormagen : Hackenbroicher ist "Köbes Colonius"

Der 48 Jahre alte Guido Hofmann bietet hobbymäßig unterhaltsame Stadtführungen durch Köln an. Die Themen sind so unterschiedlich wie die Interessen der Teilnehmer: Kirchen, Karneval, Stadtviertel oder Melaten-Friedhof.

Voller Begeisterung erzählt Guido Hofmann von "Tünnes un Schäl", erklärt, warum das Reiterdenkmal von Jan van Werth auf dem Alter Markt steht, und referiert Wissenswertes über den Kölner Dom, ohne dass es staubtrocken ist. Denn eins weiß "Köbes Colonius" genau: "Die meisten Zahlen kann sich sowieso keiner merken", erklärt der 48 Jahre alte Hackenbroicher lachend. In seiner Freizeit ist er als "Köbes Colonius" als Stadtführer in Köln unterwegs. Die Themen und Dauer sind so vielfältig, wie die Teilnehmer es wollen und verabreden: Kirchen, Karneval, Stadtviertel oder Melaten-Friedhof.

Eine Zahl hören die Zuhörer seiner individuellen Führungen dann aber doch: die Grundsteinlegung des Kölner Doms 1248. "Und die frage ich am Ende auch ab", sagt er augenzwinkernd, um seinen Merksatz parat zu nutzen: "Einfach jede Zahl verdoppeln: 1 - 2 - 4 - 8." Natürlich dreht sich bei dem sympathischen "Reiseleiter" viel um den Dom, allerdings darf Hofmann im Dom selbst keine Führungen anbieten, dazu fehlt ihm die Erlaubnis. "Aber es gibt so viel Wissenswertes, dass ich das gut auch neben dem Dom erzählen kann." Wichtig sind ihm die Zusammenhänge, die spannende Geschichte und ihre Auswirkungen bis heute - eben das, was auch ihm in Erinnerung bleibt, wenn er selbst Stadtführungen in Hamburg, München oder Berlin besucht. "Da nimmt man ja oft an Führungen teil - in Köln eher nicht, weil es zu nah ist", hat er festgestellt. An der Wirtschafts-Fachschule in Kall in der Eifel, wo er seinen Betriebswirt für Fremdenverkehrswirtschaft und Hotellerie gemacht hat, bereitete er 1995 für ein Referat eine Stadtführung durch Köln vor - und seitdem hat den Verkaufsleiter eines Verzeichnisunternehmens diese Leidenschaft nicht mehr losgelassen. Der gebürtige Kölner, der in Erftstadt aufwuchs, brachte immer mehr über Köln in Erfahrung - und meldete 2014 das Nebengewerbe als "Köbes Colonius" an - den Namen hat seine Frau Alexandra gefunden. Schließlich war Guido Hofmann zehn Jahre auch im Kölner Brauhauswesen tätig, unter anderem als Köbes (Kellner).

Durch einen Kumpel aus Erftstadt ist Hofmann mit dem Chor DaCapo in Berührung gekommen - und damit seiner Frau. Die Familie, zu der auch Hannah (14) und Pia (11) gehören, lebt in Hackenbroich. Der "Köbes" liebt den Fastelovend und Fahrradfahren: "Wenn ich dazu komme", sagt er lachend, denn sein Hobby Stadtführungen nimmt "zum Glück" viel Zeit in Anspruch.

(NGZ)