Dormagen: Hackenbroich: Polizei dementiert Bandenkrieg

Dormagen : Hackenbroich: Polizei dementiert Bandenkrieg

Kriegerisch gibt sich die Band Hackez Massaka im Internet. Vermummte Rapper stoßen kämpferische Parolen aus, sie halten Messer und Pistolen in die Kamera, Hackenbroich wird als Ghetto präsentiert. Dass das Klima im Stadtteil auch in der Realität rauer geworden ist, wurde jetzt im Fall des Messerstechers Mehmet D. deutlich, der vom Amtsgericht Neuss zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

Offensichtlich ging es bei der Attacke auf einen 17-jährigen Kölner in einem McDonald's-Restaurant an der Lübecker Straße um Streitigkeiten zwischen Banden aus Hackenbroich, Worringen und Blumenberg. Doch ist ein neuer Bandenkrieg entbrannt in Hackenbroich? "Nein", sagt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold. Zwar komme es immer wieder zu Schlägereien zwischen Dormagener und Kölner Jugendlichen, doch der Terminus Bandenkrieg sei überzogen.

Auch Dormagens Stadtsprecher Harald Schlimgen lehnt das Wort Bandenkrieg ab. Von Prügeleien mit Körperverletzung weiß aber auch der Stadtsprecher. Das Thema ist auch im kriminalpräventiven Arbeitskreis besprochen worden. Dort beraten sich Mitarbeiter von Jugendzentren, Kitas, Jugendamt, Polizei und Vereinen. "Das Gremium kommt seit vielen Jahren zusammen", sagt Schlimgen.

Der Hinweis, dass Jugendliche aus Hackenbroich und Blumenberg aneinander geraten sind, kommt indes von der Kriminalpolizei. Dass bestätigt der Mitarbeiter einer Jugendeinrichtung.

In der Vergangenheit war es in Hackenbroich hoch hergegangen. Insbesondere in der Zeit zwischen 1997 und 2005. Es war eine Zeit, als rivalisierende Banden aus dem Türstehermilieu aufeinandertrafen. Damals kam es in Hackenbroich zu blutigen Auseinandersetzungen, Messerstechereien und Schießereien. "Bis zu 20 Streifenwagen standen damals hier", hatte Hackenbroichs Polizist Georg Kuczera im vergangenen Jahr gegenüber der NGZ erklärt. Einmal wollte der Pulk sogar die Wache an der Moselstraße stürmen.

(NGZ)
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