Dormagener bietet Führungen an Unterwegs in Köln mit dem „Köbes Colonius“

Hackenbroich · Guido Hofmann aus Hackenbroich hat eine Leidenschaft für Köln und bietet seit 2015 Führungen als „Köbes Colonius“ an. Auch durch Dormagen führt der Familienvater auf den Spuren der Römer.

Guido Hofmann hat viele verschiedene Touren durch Köln zu unterschiedlichen Themen entwickelt.

Guido Hofmann hat viele verschiedene Touren durch Köln zu unterschiedlichen Themen entwickelt.

Foto: Guido Hofmann

Viele Bürgerinnen und Bürger aus Dormagen und Umgebung würden wahrscheinlich von sich behaupten, sich in Köln gut auszukennen. Bei Guido Hofmann aus Hackenbroich trifft das aber tatsächlich zu: Seit neun Jahren nämlich macht er als „Köbes Colonius“ regelmäßig Führungen durch Köln. Dabei stellt er oft fest, dass die Teilnehmer sich doch nicht so auskennen wie gedacht. „Wenn man hier wohnt, dann fährt man nach Köln zum Einkaufen, zur Arbeit oder um Party zu machen, aber eine Stadtführung macht man eher nicht“, erzählt er. Dabei habe Köln viel zu bieten und es gebe viel aus der Geschichte der Stadt, aber auch reichlich oft unbekannte Anekdoten zu erzählen. Und weil es ihm soviel Spaß macht, sein Wissen weiterzugeben und auch selbst immer wieder Neues zu entdecken, gründete Guido Hofmann am 1. Februar 2015 „Köbes Colonius“.

 Auch Führungen über den Melaten-Friedhof sind dabei.

Auch Führungen über den Melaten-Friedhof sind dabei.

Foto: Guido Hofmann

Das Interesse an Köln und seiner Geschichte entstand aber schon viel früher. Geboren in Köln und aufgewachsen in Erftstadt-Köttingen, schlägt sein Herz schon immer für die Domstadt. Mehr als 10 Jahre war er in der Kölner Gastronomie tätig. Seine erste Stadtführung durch Köln plante er vor über 25 Jahren im Zuge seines Examens am Berufskolleg in Kall, das er als staatlich geprüfter Betriebswirt für Fremdenverkehrswirtschaft und Hotellerie abschloss. „Das waren noch die Zeiten vor der Internetrecherche“, erzählt er. „Das Buch, das ich hauptsächlich für die Vorbereitung genutzt habe, existiert immer noch – mit allen Markierungen und Klebezetteln“, fügt er lachend hinzu. Im Nachgang habe diese Aufgabe dazu geführt, dass er sich immer wieder mit den unterschiedlichsten Themen zur Stadt Köln und der Stadtgeschichte beschäftigt hat und seine Liebe für Stadtführungen entdeckte.

Nachdem ihm seine Frau im Jahr 2011 zum Geburtstag das erste Semester der „Akademie för uns kölsche Sproch“ geschenkt und er auch die anderen drei Semester im Anschluss erfolgreich mit dem Examen abgeschlossen hatte, war klar, „das mache ich jetzt offiziell und habe ein Kleingewerbe angemeldet.“ Seitdem trifft man Guido Hofmann in seiner Freizeit regelmäßig in Köln an, wo er zu unterschiedlichsten Themen unterwegs ist. „Die Jubiläumstour zur Gründung ist jedes Jahr die Karnevalsführung“, erzählt der. Mindestens einmal in der Session findet diese Führung statt, im Kostüm versteht sich. „Da geht es um die Hintergründe zum Karneval, woher kommt der Brauch, was bedeutet eigentlich das Wort ‚Alaaf‘ und vermischt sich dann auch mit geschichtlichen Informationen“, erläutert Hofmann. Kölsche Lieder würden natürlich gesungen und auch schon mal um das Denkmal von Jupp Schmitz getanzt, je nach Wunsch der Gruppe.

 Guido Hofmann vor einem besonders imposanten Grabmal auf Melaten.

Guido Hofmann vor einem besonders imposanten Grabmal auf Melaten.

Foto: Guido Hofmann

Dass Köln aber viel mehr zu bieten habe als Karneval, sei klar und die Themenauswahl entsprechend groß. Führungen zu Dom und Altstadt, durch die Südstadt, das Eigelsteinviertel, zu den Römern und zum Ubiermonument, Krippenführungen oder seit einigen Jahren auch über den Melatenfriedhof. Auch Führungen in Kooperation mit Institutionen sind dabei, in diesem Jahr zum Beispiel mit der VHS Dormagen zum Thema „Frauen in Köln“. Einige Termine wie die Melatenführungen stehen schon fest, dazu kann man sich anmelden. Individuelle Gruppenführungen sind auch möglich, dazu können Interessierte eine Anfrage senden.

Doch nicht nur Köln steht auf der Agenda des „Köbes Colonius“, auch durch Dormagen und Zons führt Guido Hofmann. „Die Römer-Guides haben vor einiger Zeit Unterstützung gesucht, seitdem mache ich das ab und zu“, erzählt er. Und weil viele Bekannte so oft gefragt hätten, habe er sogar auch eine Hackenbroich-Führung entwickelt, berichtet der 55-Jährige. Dazu habe er mit Zeitzeugen gesprochen, die viele Anekdoten erzählt haben. „So ist am Ende viel zusammengekommen und es ist wichtig, daran zu erinnern und die Geschichten weiterzugeben, damit sie nicht verloren gehen.“

Nach Dormagen kam Guido Hofmann durch die Liebe – seine Frau lernte er über einen Schulfreund im Chor Da Capo kennen, wo die Hofmanns auch heute noch aktiv sind. Die erste Wohnung bezog das Paar in Pulheim, nach einem Stopp in Delhoven zog die Familie nach Hackenbroich. Es dauerte nicht lange, bis die Schützen anklopften, ob er nicht mitmachen wolle. Mittlerweile ist er seit vielen Jahren im Vorstand aktiv. „Hackenbroich ist meine Wahlheimat“, sagt Hofmann. „Ich habe viele Kontakte und fühle mich sehr wohl hier“, sagt er.

„Dat Hätz“ schlägt aber weiter auch für Köln, wo er die meisten Führungen durchführt. „Es macht viel Spaß und ich freue mich immer, wenn ich interessierte Zuhörer habe“, sagt Hofmann. „Mir ist bei den Führungen wichtig, dass immer auch interessante Fakten und Anekdoten vermittelt werden, die man auch gut behalten kann. Oft sind auch Kölner mit dabei, die viele Dinge nicht nicht kannten, da freue ich mich dann drüber. Denn Köln ist so vielseitig, es gibt immer wieder Neues zu entdecken.“

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