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Dormagen: Grundschulen fehlen Schüler

Dormagen : Grundschulen fehlen Schüler

Die Zahl der Einschulungen sinkt weiter. Fünf Grundschulen können nur noch eine Eingangsklasse bilden. Die Stadt setzt einen neuen Schulentwicklungsplan auf. Der könnte auch Schließungen beinhalten.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird das Thema immer wieder politisch diskutiert. Die Zahl der Schüler sinkt, auch in Dormagen. Die Tatsache, die erst einmal nicht nach Neuigkeit klingt, hat weitreichende Folgen: Bereits zum Schuljahr 2011/2012 wird es im Stadtgebiet fünf Grundschulen geben, die nur noch eine erste Klasse bilden können. Berechnungen ergeben, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird. Bis zum Herbst will die Stadt Dormagen nun einen neuen Schulentwicklungsplan aufstellen. "Das Ergebnis ist völlig offen", betont Dezernentin Tanja Gaspers. Doch am Ende könnten auch Schulschließungen stehen.

Insgesamt 581 i-Dötzchen beginnen diesen Sommer ihre Schullaufbahn. Die Tannenbusch-Schule, die Salvator-Schule, die Friedensschule in Gohr, die Schule Am Kronenpützchen sowie die St. Nikolaus-Schule werden dabei nur eine Eingangsklasse bilden. Das war einmal anders: "Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich die Zahl der Schulanfänger halbiert", erklärt Ellen Schönen-Hütten. Dem Schulausschuss, der am 31. März tagt, wird die Schulamtsleiterin die neuen Zahlen vorlegen. Bereits Ende 2010 hatte sich ein Arbeitskreis gegründet, der sich mit der Entwicklung bei den Grundschulen befasst.

"Es ist unser Bestreben, alle Grundschulen zu erhalten. Dennoch bringt die Einzügigkeit Probleme mit sich", erläutert Schönen-Hütten. So könnte diese zur Folge haben, dass die Lehrerkollegien an den Grundschulen stark verkleinert werden. "Im Falle von Vertretungsunterricht müssten Lehrer dann womöglich zwischen verschiedenen Schulen pendeln", ergänzt sie. Dass das Thema Grundschule ein sensibles ist, macht die zuständige Dezernentin deutlich: "Die Kinder sollen die Grundschule aus Sicht der Eltern möglichst in der Nähe haben", erläutert Gaspers. Das sei verständlich. Doch wie sich die Schullandschaft in Dormagen in den nächsten Jahren darstelle, sei bisher noch völlig offen. Zur Erstellung des neuen Schulentwicklungsplanes will sich die Stadt externe Unterstützung holen: "Wir wollen ein fundiertes und professionelles Konzept aufstellen. Dabei ist es hilfreich, auch externe Meinungen einzubeziehen", so Schönen-Hütten.

Bei den Einschulungszahlen der weiterführenden Schulen ist ebenfalls ein Rückgang zu verzeichnen. Doch es gibt einen klaren Trend: "Die Schulen, die eine Ganztagsbetreuung anbieten, profitieren", sagt die Schulamtsleiterin. So haben sich an der Realschule Hackenbroich 112 Schüler angemeldet, am Leibniz-Gymnasium 121. Die Innenstadt-Realschule am Sportpark verzeichnet 80 Anmeldungen, das Bettina-von-Arnim-Gymnasium 68. Beide Innenstadt-Schulen bieten keine Ganztagsbetreuung an.

(NGZ)