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Dormagen: Grüne Welle funktioniert nicht

Dormagen : Grüne Welle funktioniert nicht

Auf den Hauptverkehrsstraßen in Dormagen sehen Autofahrer oft Rot. Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es etwa auf der Bahnhofstraße die sogenannte Grüne Welle. Die Ampelphasen seien aber "knapp bemessen".

Wer von der Autobahn 57 kommend in Richtung Dormagen Innenstadt fährt, braucht Geduld. Gleiches gilt für die Gegenrichtung. Auf der L 280 (Bahnhof- bis Florastraße) gibt es zehn Ampeln. Zuständig für die Schaltung aller Anlagen im Stadtgebiet ist die Verwaltung. "Wir ordnen die Ampelschaltung an", bestätigt Katrin Engels vom Ordnungsamt. Die L 280 und die weiter südlich gelegene K 18 (Nettergasse, Europastraße) zählen zu den wichtigsten Verkehrswegen der Stadt. Sie haben Vorrang vor den kleineren Gemeindestraßen.

Verkehr soll flüssig fließen

Ziel sei, "dass der Verkehr flüssig fließt", sagt Engels. Anders drückt es Verkehrsplaner Peter Tümmers aus: "Wir versuchen, möglichst schnell möglichst viele Fahrzeuge durch die Stadt zu leiten." Das klappt offenbar nur bedingt. Zwar gebe es auf der L 280 die sogenannte Grüne Welle (siehe Infokasten). Aber, so Engels, funktioniere sie nicht richtig.

Das hängt nach Ansicht der Experten von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen würden sich nicht alle Verkehrsteilnehmer mit der gleichen Geschwindigkeit bewegen. Zum anderen gebe es sogenannte Unfallschwerpunkte auf der L 280, zum Beispiel an der Kreuzung Heesenstraße/Mathias-Giesen-Straße. Dort wurde kürzlich eine separate Schaltung für Linksabbieger (von der A 57 kommend) geschaltet.

"Vorher hatten Linksabbieger und Geradeausfahrer aus der Gegenrichtung gleichzeitig Grün", sagt Engels. Deshalb habe es öfter Unfälle gegeben. Die Expertin gibt zu, dass die Zeiten für die Grüne Welle "knapp bemessen" seien. Zudem gibt es je nach Tageszeit unterschiedliche Ampelschaltungen. Engels: "Im Berufsverkehr haben Verkehrsteilnehmer auf der L 280 natürlich länger Grün."

Wie der Verkehrsexperte Jürgen Gerlach von der Universität Wuppertal erläutert, sei eine Grüne Welle einfach zu schalten, wenn alle zugehörigen Ampeln im gleichen Abstand voneinander stehen. "Man muss sehr viele Dinge berücksichtigen", meint Gerlach. Nicht zuletzt komme es auf das Alter der Anlagen an. Ältere müssten durch neue ersetzt werden, um sie optimal aufeinander abzustimmen. "Das kann pro Kreuzung 150 000 Euro und mehr kosten."

Geld, über das die Stadt nicht verfügt. Ebenso wenig existiert nach Angaben der Verwaltung ein Ampel-Konzept für Dormagen. Zwar würden die Schaltungen in regelmäßigen Abständen überprüft. Aber: "Wir haben immer mehr Verkehr", sagt Engels, "manche Ampeln laufen am Limit." Deswegen sei die Grüne Welle nicht immer aufrecht zu erhalten.

(NGZ/rl)