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Dormagen: Großeinsatz: Alte Kleidung entsorgt

Dormagen : Großeinsatz: Alte Kleidung entsorgt

Dormagen Große Aufregung am Dormagener Bahnhof: Am Dienstagabend ging für eineinhalb Stunden rund um den Willy-Brandt-Platz nichts mehr. Polizei, Feuerwehr und Bundespolizei waren mit einem Großaufgebot angerückt.

Der Grund: Im Bordrestaurant eines Regionalzugs von Köln nach Krefeld war ein Koffer entdeckt worden, der keinem der Reisenden gehörte. Die Mitarbeiter der Bahn verständigten die Polizei, die den Zug im Bahnhof Dormagen stoppte und evakuierte.

Der Koffer wurde durchleuchtet - und die Polizei gab Entwarnung: Er enthielt lediglich Kleidung. Den Eigentümer konnte die Bundespolizei Mittwoch noch nicht ermitteln - und sie geht inzwischen davon aus, dass er auch nicht mehr gefunden wird.

"Nach allem, was wir bislang wissen, sieht das nach einer unerlaubten Müllbeseitigung aus", sagt Jörg Ackmann, Sprecher der Kölner Bundespolizei. Die Beamten hätten aus dem Zustand der Kleidung geschlossen, dass der Eigentümer sie wohl nicht mehr in seinem Kleiderschrank haben wollte.

Ob er mit dem Koffer in dem Regionalzug bewusst für Unruhe sorgen wollte, nachdem einen Tag zuvor in einem Regionalexpress auf der Strecke Aachen - Hamm und im Koblenzer Bahnhof Koffer mit selbst gebauten Sprengsätzen gefunden worden waren, sei jedoch "reine Spekulation".

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Sicher sei der Aufwand am Dormagener Bahnhof groß gewesen, trotzdem hätten die Mitarbeiter der Bahn und die Polizei die richtige Entscheidung getroffen, betont Ackmann. Schließlich habe niemand wissen können, dass der Inhalt des Koffers harmlos sei.

Nach den Funden in Koblenz und Dortmund fordert Ackmann Bahnreisende auf, besonders aufmerksam zu sein. "Jeder sollte zunächst sein eigenes Gepäck bei sich halten und einem anderen Passagier Bescheid geben, wenn er die Toilette aufsucht oder sich etwas zu trinken kaufen geht", sagt er.

So könnten bereits im Vorfeld viele Missverständnisse vermieden werden. Sollten Koffer oder Taschen entdeckt werden, die keinem Reisenden zuzuordnen sind, empfiehlt er, so schnell wie möglich das Bahnpersonal zu verständigen. "Die Mitarbeiter sind geschult und können die Situationen meistens sehr gut einschätzen", erklärt der Sprecher der Bundespolizei.

Auch wenn der Großeinsatz in Dormagen für Behinderungen im Bahnverkehr und zu Belastungen der Reisenden geführt habe, die eineinhalb Stunden warten mussten, bis der Zug weiterfuhr, sei es im Zweifelsfall trotzdem richtig, die Polizei zu alarmieren. "Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig", betont Jörg Ackmann.

(NGZ)