Großbauprojekt in Dormagem: Hoyer investiert 33 Millionen Euro

Großbauprojekt in Dormagen : Hoyer investiert 33 Millionen Euro

Der Logistik-Riese im Chempark wächst stark: Derzeit werden große Hallen gebaut, um die Kunden-Nachfrage befriedigen zu können. Allein das Logistikzentrum an der K 18/Ecke Parallelweg kostet 23 Millionen Euro.

Das Familienunternehmen Hoyer, das vor 18 Jahren von der Jagenbergstraße in Neuss in den Chempark umsiedelte, ist auf klarem Expansionskurs. Autofahrer, die auf der Europastraße (K 18) unterwegs sind, sehen im Kreuzungsbereich mit dem Parallelweg die Großbaustelle. Nach langen, intensiven Gesprächen mit Kunden hat sich Hoyer entschlossen, den Standort in Dormagen erheblich auszubauen. Für die beiden Bauvorhaben investiert das Logistikunternehmen insgesamt 33 Millionen Euro. „Rotterdam und Dormagen sind unsere wichtigsten Standorte“, sagt Felix Boßmeyer. Er ist Europa-Chef der Sparte Logistik-Dienstleistungen (Supply Chain Solutions).

„Wir brauchen Platz, weil wir wachsen wollen“, sagt Boßmeyer. Er schaut aus dem Fenster des Besprechungsraumes und sieht auf eine Baustelle: Dort wird mit einem Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro ein neuer Terminal für Gefahrstoffe errichtet. Zehn Millionen Euro für 10.000 Quadratmeter. Die ungleich größere Baustelle liegt ein kleines Stück entfernt und außerhalb des Firmengeländes. Dort baut Hoyer auf dem Gelände des Chemparks, das das Unternehmen von der Bayer Real Estate gepachtet hat, ein weiteres, 40.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum, das aus einem Depot für riesige, leere Container, aus einer Abfüllung- und Lageranlage für Nicht-Gefahrstoffe und einem Lager für Packmittel und palettierte Waren besteht.

Felix Boßmeyer leitet den Hoyer-Standort in Dormagen. Foto: Klaus D. Schumilas kds

Dormagen ist die modernste und innovativste Niederlassung des Unternehmens in Deutschland und hat aufgrund der geographischen Lage (Nähe zu den Niederlanden, zu Häfen und den Industriezentren in NRW) einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert. Besonders große wirtschaftliche Bedeutung hat der Chemiebereich, der den Transport von flüssigen chemischen Produkten auf der Straße und Intermodal sowie die Entwicklung und Durchführung spezialisierter Logistik-Dienstleistungen umfasst.

Das Familienunternehmen startete 1946 mit Milchtransportern. Heute ist das Portfolio riesig. Zu den Kunden gehören große Brauereien, Hoyer-Tankauflieger und -container transportieren regelmäßig Millionen Liter frisch gebrautes Bier durchs Land. Ebenso flüssige Schokolade oder Zucker. „Viele Fahrzeuge, die Tankstellen mit Kraftstoff beliefern und Farbe und Logo des Mineralölunternehmens tragen, sind Fahrzeuge von uns“, erklärt Boßmeyer. Heute ist Hoyer ein weltweit operierender Massengut-Logistiker für die Branchen Chemie, Lebensmittel, Gas und Mineralöl. Hoyer verfügt über Depots, Reinigungsanlagen und Werkstätten. In Dormagen ist mit Cotac auch ein Tochterunternehmen ansässig, das u.a. Tankreinigungen anbietet.

Die Transportwege sind ebenso international wie unterschiedlich: Der Schwerpunkt liegt auf der Straße, aber je nach Auftrag und Kundenwunsch werden Güter auf der Schiene, über den Rhein oder auf Containerschiffen nach Übersee verfrachtet. In Deutschland ist der Chempark mit den vielen Chemie-Produkten „unser Markt“, sagt Boßmeyer. Viele Kunden sind nur wenige Meter entfernt.

Die kleinere „Halle“ soll Ende des Jahres fertig sein, das Großprojekt (mit einer Hallenhöhe von bis zu 18 Metern) Mitte nächsten Jahres. Dann wird die Zahl der Mitarbeiter um weitere 60 wachsen. „Gerne aus Dormagen“, sagt Boßmeyer. Die Stadt profitiere vom Wachstum, sagt er mit Blick auf die in Dormagen von Bürgermeister Erik Lierenfeld angestoßene Diskussion um Gewerbesteuer-Dumping und Steuer-Oasen. „Je mehr Mitarbeiter wir in Dormagen beschäftigen, desto größer ist das Stück vom Kuchen, das für die Stadt abfällt.“

Mehr von RP ONLINE