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Dormagen: "Grill-Rüpel" verschmutzen das Rheinufer

Dormagen : "Grill-Rüpel" verschmutzen das Rheinufer

Das schöne Sommerwetter lockt viele Menschen an den Rhein – auch zum Picknicken. Die Kehrseite der geselligen Treffen: Nach dem warmen Wochenende ist das Rheinufer übersät von Unrat.

Das schöne Sommerwetter lockt viele Menschen an den Rhein — auch zum Picknicken. Die Kehrseite der geselligen Treffen: Nach dem warmen Wochenende ist das Rheinufer übersät von Unrat.

Nach den Grillabenden sind am nächsten Morgen die Hinterlassenschaften zu sehen: Flaschen, Dosen, Papier, Zigarettenschachteln..., Foto: Vera Straub

Wer das sommerliche Wetter für einen idyllischen Spaziergang am Zonser Rhein nutzen will, kann leere Kartoffelchips-Verpackungen finden, leere Bierfässchen, Pizzakartons, verlassene Grillstellen oder sogar liegen gebliebene Badehosen und benutzte Windeln. Zahlreiche "Grill-Rüpel" haben die lauen Sommernächte genutzt, um am Rheinufer, unweit der Anlegestelle der Fähre, verbotenerweise zu grillen — ohne ihren Unrat wieder mitzunehmen.

"Unverschämt", findet Andreas Burbach (45) aus Köln, der mit seiner Frau Isolde (45) einen Ausflug nach Dormagen unternommen hat. Er kenne das Problem mit den wilden Müllkippen dort, wo die Natur am schönsten ist: "Ich gönne den Jugendlichen oder auch jungen Erwachsenen, die ich im Verdacht habe, so zu handeln, einen schönen Abend und auch eine Feier am Rhein. Aber sie sollten wenigstens einen Müllsack im Gepäck haben, um anschließend ihren Müll fachgerecht zu entsorgen", sagt er. Doch gerade das stellt sich als Schwierigkeit heraus: "Das weitet sich schnell zu einer Müllhalde aus. Aber ich sehe hier auch keinen Abfalleimer, also kann man noch nicht einmal ein Taschentuch ordnungsgemäß wegwerfen. Das geht natürlich auch nicht, obwohl es dadurch nicht legitimer wird, dass die Griller ihren Müll liegenlassen."

Abgebrannte Teelichter, Sektflaschen, Verpackungen von Grillwürstchen und Plastikmüll lassen unmittelbar am Ufer auf einen Abend in großer Runde schließen. Im Abstand von wenigen Metern haben sich die "Grillrüpel" niedergelassen — wie es deutlich an ihren Hinterlassenschaften zu erkennen ist. Unter einem Baum findet sich die Pappverpackung eines Sixpacks Kölsch, das sich Maik, Anna, David und Saskia am 15. Juli geteilt haben — das zumindest lässt die Beschriftung vermuten. Auf dem Ast eines Baumes findet sich neben einer leeren Flasche des Sommergetränks "Hugo" eine Tupperdose, mit deren Inhalt sicher niemand in Berührung kommen möchte: Eine braune Suppe schwimmt darin herum.

Holger Burdag vom städtischen Fachbereich Sicherheit und Ordnung erinnert daran, dass das Grillen am Rheinufer grundsätzlich verboten ist. Einzige Ausnahme in Dormagen sei die offizielle Grillstelle in der Nähe der Bayer-Deponie. Burdag schickt seine Außendienstmitarbeiter in unregelmäßigen Abständen zu Kontrollen an den Rhein, auch Polizei und ein privater Sicherheitsdienst haben ein Auge auf die Uferbereiche. Ertappte Umweltsünder müssen bei kleineren Verstößen mit Verwarnungsgeldern bis 35 Euro rechnen. Bei größeren Verstößen drohen Bußgeldverfahren mit Strafen von 150 bis 200 Euro. Wiederholungstäter wurden laut Burdag sogar schon mal mit bis zu 1000 Euro zur Kasse gebeten.

(NGZ)