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Dormagen: Gratis-WLAN noch die Ausnahme in Dormagen

Dormagen : Gratis-WLAN noch die Ausnahme in Dormagen

Kostenloser Zugang zum Internet wird nur vereinzelt angeboten. Wo das jedoch der Fall ist, wird die Möglichkeit meist gern genutzt.

Im Zeitalter der Smartphones und Laptops gibt es in Dormagen bisher nur wenige Lokale, Cafés, Shops oder öffentliche Einrichtungen mit kostenlos zugänglichem WLAN. Am neu gestalteten Bahnhof könnte es zwar installiert werden, berichtet Klaus Schmitz, Geschäftsführer der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) - wäre da nicht die Rechtslage mit der sogenannten Störhaftung. Demnach haftet nicht der Endnutzer, sondern primär derjenige im Fall eines Missbrauchs wie illegales Hochladen von Musik, der den Hotspot (öffentlicher WLAN-Zugangspunkt) zur Verfügung stellt. Schmitz bedauert das: "WLAN ist heutzutage sehr wichtig. Wir sind Industriestandort und hängen in der Hinsicht hinterher." Bald soll ein neuer Gesetzesentwurf zur Störhaftung verabschiedet werden. Bis dahin prüft die SVGD Alternativen, mit denen WLAN ohne rechtliche Probleme angeboten werden kann.

In der Innenstadt verzichten einige Inhaber bewusst auf das Angebot eines freien WLAN-Hotspots: Biagio Chiara, Chef und Inhaber der Pizzeria Paparazzi, erklärt, dass sein Lokal kein freies WLAN anbietet und dies auch nicht plant: "Die Leute sollen sich unterhalten. Ich finde es schade, wenn sie nur aufs Tablet oder Handy schauen." Felix Dietz (28), Einrichtungsleiter im Jugendcafé Mikado, ist ebenfalls gegen freies WLAN: "Alle haben ein Smartphone, das genügt. Handys sind unkommunikativ." Luca Borelli (Café Limit) erzählt: "Wenn ein Kunde WLAN nachfragt, gebe ich ihm das Passwort. Das ist aber selten."

Inhaber, die bewusst kostenloses WLAN anbieten, gibt es nur vereinzelt. Einer ist Stephan Thönneßen (52), Inhaber der Buchhandlung Seitenweise und Teilinhaber des Café Seitenweise. Kunden müssen sich einmalig kostenlos anmelden und können dann das WLAN kostenlos und unbegrenzt nutzen. Laut Thönneßen wird das Angebot gerne angenommen; einige Leute kämen sogar extra deshalb in das Café: "Öfters sind Geschäftsleute mit Laptop da."

Auch in der Stadtbibliothek können Kunden kostenlos im Internet surfen. Zudem gibt es eine Filtersoftware gegen Missbrauch des Zugangs und aus jugendschutzrechtlichen Gründen. Leiterin Claudia Schmidt berichtet, dass vor allem vor der Abiturzeit viele Schüler das WLAN genutzt haben. Dormagens Bürger zeigen sich bei dem Thema meist aufgeschlossen. "Ich würde es begrüßen, solange der Datenschutz gewährleistet wird", sagt Siegfried Schulz. Und Yusuf Hakeem erzählt: "Ich würde arbeiten, Nachrichten schauen und das Wetter abrufen."

(NGZ)