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Dormagen: Graffitis verschönern Trafohaus

Dormagen : Graffitis verschönern Trafohaus

Vier Jugendliche arbeiten seit Anfang Juni daran, ein Schaltgebäude der Firma Currenta mit Graffitis zu besprayen – ganz legal. Das Projekt ist das Ergebnis einer Kooperation von Currenta und städtischem Kinder- und Jugendbüro.

Vier Jugendliche arbeiten seit Anfang Juni daran, ein Schaltgebäude der Firma Currenta mit Graffitis zu besprayen — ganz legal. Das Projekt ist das Ergebnis einer Kooperation von Currenta und städtischem Kinder- und Jugendbüro.

Wo früher blanker Backstein war, entsteht jetzt ein farbenfrohes Graffiti-Kunstwerk. Dafür sorgen Christoph Schade, Petros Petropoulos, Tobias Wimmer, Marco Grunewald und ihre Spraydosen. Die vier Jugendlichen bemalen seit Ende Juni ein Trafohaus der Firma Currenta am Zonser Deich — ganz legal. Das Projekt soll zeigen: Graffitis müssen kein Ärgernis sein.

Schon seit dem Jahr 2008 können sich Freiwillige bei der Stadt melden und Gebäude oder Wände für Graffitis zur Verfügung stellen. In der Vergangenheit wirkten die vier Jugendlichen bereits an Projekten mit. So konnte Petros Petropoulos beispielsweise eine neue Abteilung des Ringkaufhauses verschönern. Er kreierte eine "Trendfabrik", die mittlerweile die Einkaufstüten des Unternehmens ziert.

Christoph Schade durfte die Feuerwache in Nievenheim mit einem Feuerwehrwagen auf dem Tor und dem Schriftzug "Firefighter" (Feuerwehrmann) veredeln.

Darauf wurde auch die Currenta aufmerksam. "Einer unserer Mitarbeiter hatte davon gehört", erinnert sich Holger Schmitz von der Elektrizitätsversorgung des Unternehmens. Nachdem einige Schmierereien auf der Schaltanlage auftauchten, dachte die Currenta über die Reaktion darauf nach. "Das Gebäude zu säubern hätte die Übeltäter nur herausgefordert", erklärt Schmitz. Also versuchte das Unternehmen einen anderen Weg.

Schmitz rief bei Klaus Güdelhöfer im Kinder- und Jugendbüro an und erkundigte sich nach der Aktion. "Wir fanden es total gut, dass die Currenta auf uns zukommt", sagt Güdelhöfer. Der 56-Jährige betreut die vier Jugendlichen und organisiert alles was sie zum legalen Sprayen benötigen: Wände, Farben oder auch eine Durchfahrgenehmigung zum Deich. Auch ein Schild hat Güdelhöfer entworfen, mit dem Passanten von dem Projekt informiert werden. "Niemand soll denken, dass dort unerlaubt gesprayt wird", sagt der 56-Jährige.

Christoph und Petros können nur von guten Reaktionen berichten. Prominentestes Beispiel: Vor einigen Tagen joggte der ehemalige Bürgermeister Reinhard Hauschild an der Schaltanlage vorbei und dachte zunächst an Vandalismus. Im Gespräch zeigte sich Hauschild dann erfreut von der Graffiti-Kunst und den Motiven der Jugendlichen.

Die hatten — anders als sonst — fast keine Vorgabe. Industrie, Natur, Elektrizität und Wasser sollten vorkommen. "Wir haben vom Malen keine Ahnung, deswegen haben wir den Vier freie Hand gegeben", sagt Holger Schmitz.

Zum Dank wurde er auf dem Schalthaus verewigt. Dort sieht man eine dunkele Industrieanlage mit weißen Wolken vor einem orangenen Hintergrund. Daneben steht ein Mann mit Segelohren, einem schräg sitzenden gelben Helm und dem Namensschild "Holger".

(NGZ)