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Goldhochzeit in Dormagen: Vor 50 Jahren Hochzeit im Kaputzenkleid

Ehejubiläum in Dormagen : Vor 50 Jahren Hochzeit im Kaputzenkleid

Als sich Barbara und Joachim Leszczenski vor 50 Jahren das Ja-Wort gaben, staunte der Pfarrer nicht schlecht: Die Braut trug ein Minikleid aus weißem Jersey und Margeriten im Haar.

„Ich habe Goldhochzeit. Ich war Schuld“, freut sich Barbara Leszczenski. Sie und ihr Mann Joachim feiern am Freitag ihr 50-jähriges Ehejubiläum. Mit 16 hatte sie ihren Joachim kennengelernt, der war damals 19. „Als wir zwei Jahre zusammen waren, wollte ich unbedingt heiraten“, erinnert sich die heute 68-Jährige. „Er war da gerade bei der Bundeswehr und sagte dazu nur ‚Ja, wenn du eine Wohnung für uns findest, dann heirate ich dich’“. Sechs Wochen später war die Wohnung gefunden.

„Wir waren zwar damals angezogen wie Blumenkinder, aber trotzdem waren unsere Leben eher spießig“, sagt sie. Ungestörte Zeit zu zweit habe es nur gegeben, wenn man verheiratet war, ansonsten habe immer die Familie „aufgepasst“. „Meine Schwiegereltern waren streng katholisch. Nach der standesamtlichen Hochzeit musste mein Mann deshalb die Nacht noch bei seinen Eltern schlafen. Erst nach der kirchlichen Trauung am folgenden Tag durften wir dann als Ehepaar in der gemeinsamen Wohnung übernachten“, erinnert sie sich.

Pompös seien beide Trauungszeremonien nicht gewesen. „Unser Pastor war in Urlaub und von dem Vertretungspfarrer habe ich bei der Trauung entsetzte Blicke geerntet“, erinnert sie sich und muss lachen. Der Grund dafür sei ihr Brautkleid gewesen. „Ich wollte damals kein teures Walla-Walla-Kleid ausleihen“, erzählt sie. „Deshalb habe ich mir für 90 Mark ein kurzes weißes Kapuzenkleid aus Jersey gekauft und in der Kirche getragen. Im Haar hatte ich ein paar Margeriten.“ Mit ihrem Lehrgeld als Fotolaborantin von 120 Mark im Monat konnte sie das so gerade selbst finanzieren. 

„Danach sind wir erstmal gereist“, sagt die Jubilarin. Erst nach zehn und 15 Jahren kamen die beiden Töchter. Wenn ihr Joachim als Schlagzeuger mit seiner Band „June79“ unterwegs ist, ist sie nicht jedes Mal dabei. „Die spielen ja schon seit 40 Jahren und oft das selbe, das kenne ich doch alles schon.“ Wegen Corona fällt die mit 80 Gästen geplante Fete aus. Es wird im kleinen Kreis mit „nur“ 26 Personen gefeiert.