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Dormagen: Goldener Herbst im Chorbusch

Dormagen : Goldener Herbst im Chorbusch

Deutschland genießt einen goldenen Oktober. Wer rund um Dormagen die Blätterpracht bewundern und frische Luft atmen möchte, ist im Laubwald des Chorbuschs, dem südlichen Teil des Knechtstedener Walds, genau richtig.

Uralte Laubbäume, deren bunte Blätter im Sonnenlicht des herrlichen Oktobertags leuchten. Lichtungen, in denen man der Welt abhanden kommen kann — das Naturschutzgebiet Chorbusch, südlicher Teil des "Knechtstedener Walds", zeigt sich momentan von seiner schönsten Seite. Findet auch Revierförster Theo Peters, für den der Wald, der hier größtenteils schon auf Kölner Boden liegt, nicht nur Profession, sondern auch Leidenschaft ist. "Der Wald weckt immer starke Emotionen", weiß er — "aber die Masse des Waldes, auch im Chorbusch, ist Wirtschaftswald."

Revierförster Theo Peters ist jeden Tag in "seinem" Wald unterwegs — und beobachtet jede Veränderung. Foto: NGZ

Der wird genutzt — dieser Tage vor allem von Radfahrern, Spaziergängern und Reitern. Der Revierförster beobachtet das Treiben entspannt, aber genau, achtet auf die Pferdeplaketten ebenso wie darauf, dass die Besucher auf den Wegen bleiben. "Der Wald ist zur stillen Erholung gedacht", betont Peters. Wegerecht und Naturschutzbestimmungen haben zur Folge, dass sich die Erholungssuchenden nicht ins Gebüsch schlagen dürfen — das bleibt Fuchs, Dachs, Marder, Damwild, Rehen oder Wildschweinen vorbehalten. In und über den Baumwipfeln des zu 90 Prozent aus Laubbäumen bestehenden Chorbuschs tummeln sich Habicht, Bussard, Eulen, Schwarz- und Mittelspecht, Pirol und Nachtigall. Artenreich ist auch die Flora: Im Chorbusch finden sich große Flächen vor allem mit Hainbuchen — dem natürlichen Bewuchs —, Eichen und Linden.

"Der Herbst ist die schönste Jahreszeit im Wald", sagt Revierförster Theo Peters — hier sieht man, warum. Foto: NGZ

"Die Eichen sind so häufig wegen der Schweinemast, die hier seit dem Mittelalter gepflegt wird, und für die es die Früchte der Waldbäume, also Eicheln und Bucheckern, braucht." Die Linde kam durch die Imkerei in den Wald, in dem sich zudem Ahorn, Erle, Esche, Ulme und Kirsche finden — ein "höchst wertvoller Laubholzbestand", weiß Theo Peters. "Wir pflegen hier die biologische Vielfalt, damit lichtreiche Mischwälder entstehen." Bei der naturgemäßen Waldwirtschaft, die ohne Kahlschlag und Chemie auskommt, wird wenig gepflanzt. "Der Wald erneuert sich von allein." Nur zehn Prozent der Bäume im Chorbusch sind Nadelhölzer, die nach und nach ersetzt werden.

Schloss Arff, erbaut zwischen 1750 und 1755, liegt am Südrand des Chorbusches — in einem kleinen Park. Foto: NGZ

Besichtigt werden kann die Pracht, zu der seit 1972 auch eine 18 Hektar große "Naturwaldzelle" gehört, die nicht bewirtschaftet wird und Forschungszwecken dient, auf Wegen oder der viel genutzten, alten Stommeler Straße zwischen Hackenbroich und Stommeler Busch. Holzbänke ermöglichen eine Rast. Wanderparkplätze finden sich am Kloster Knechtsteden — der Einkehrmöglichkeit in der Mitte des Knechtstedener Walds — in Delhoven, am Stommeler Busch und in Brüngesrath.

Termin Am Sonntag, 24. Oktober, startet Theo Peters um 10 Uhr ab Waldparkplatz Delhoven, Buschweg, zur zweistündigen Waldführung zu den Baumriesen im Chorbusch. Wichtig für die Wanderung: Gutes Schuhwerk.

(NGZ)