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Dormagen: Gohrer packen für Turfgrafen an

Dormagen : Gohrer packen für Turfgrafen an

Vier Jahre stand das Traditionslokal "Zum Turfgrafen" am Kirchplatz leer, jetzt füllen es Torsten Hilgers und Richard Grote wieder mit Leben. Viele Gohrer packen mit an, damit das "Gohrer Landgasthaus" heute starten kann.

Hoch oben auf einer Leiter steht ein Helfer und malt das kleine Vordach über dem Eingang an, während im Innern des Hauses am Kirchplatz 7 in Gohr die Lampen hinter der frisch gestrichenen Theke getestet und die letzten Löcher im Fußboden zugespachtelt werden. In der verwaisten Traditionskneipe "Zum Turfgrafen", die nach dem plötzlichen Tod des Wirtes vor vier Jahren geschlossen wurde, herrscht seit einem Monat wieder fröhliche Betriebsamkeit. Zwei Gohrer, Torsten Hilgers und Richard Grote, eröffnen dort heute ihr "Gohrer Landgasthaus".

Dafür haben auch viele Gohrer mit angepackt, wie Richard Grote betont: "Wir haben viele Hilfsangebote erhalten, so dass die Renovierungsarbeiten gut vorankamen." Insgesamt mussten sie 40 bis 50 Tonnen Schutt abtransportieren, noch etwa drei Wochen dauert es, bis der Saal und andere Räume komplett fertig sind. Gemeinsam wurden der Bistro-Bereich mit Theke, zwei A-la-Carte-Räume und die Küche neu gestaltet. Es wird "junge deutsche Küche" angeboten, wie Grote die Philosophie der Betreiber erklärt: "Wir wollen vor allem Kartoffeln, Gemüse und Fleisch von Bauern und Betrieben unserer Umgebung nutzen."

Der 33 Jahre Grote, der "in 120 Metern Luftlinie aufgewachsen" ist, erinnert sich noch gut daran, als Kind mit seinen Eltern im "Turfgrafen" zu Gast gewesen zu sein. Er hat dort gern gefeiert, 1999 war er Jungschützenkönig der Gohrer Sebastianus-Bruderschaft, der er noch als passives Mitglied angehört. Der Koch, der zuvor in Düsseldorf, Köln, Neuss und Dormagen tätig war, verbringt gern Zeit mit seiner Freundin Maren, außerdem zählen Tätowierungen zu seinen Hobbys.

Geschäftsführer und Gesellschafter des "Gohrer Landgasthauses" ist der 34 Jahre alte Torsten Hilgers, der ebenfalls aus Gohr stammt. In Nievenheim hat der Vater eines neun Monate alten Sohnes eine Versicherungsagentur. Die soll ebenso wie Torsten Hilgers bald nach Gohr an den Kirchplatz umziehen. "Es ist schön zu sehen, wie froh die Gohrer sind, dass der ,Turfgraf' wieder aufmacht", sagt Hilgers, der gern Ski fährt. Auch beruflich ist Hilgers auf Gastronomie spezialisiert. Mit Richard Grote und dessen Bruder Friedrich Wilhelm, der den Servicebereich übernimmt, will Torsten Hilgers in Gohr den "Turfgrafen" wieder zum Treffpunkt machen.

Denn heute soll die Gaststätte öffnen, abends hat sich schon eine Gruppe angesagt, um die Kegelbahn zu nutzen. Mit Mundpropaganda wurden bereits 100 Kegelbahn-Termine bis Ende des Jahres gebucht. In vier Wochen soll es dann eine große mehrtägige Feier zur offiziellen Eröffnung geben. Dann soll auch der Biergarten im Schatten von St. Odilia auf dem Kirchplatz aufgebaut sein.

(NGZ/rl)