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Dormagen: Gohrer "Heinzelmännchen" räumen auf

Dormagen : Gohrer "Heinzelmännchen" räumen auf

Im ganzen Stadtgebiet sammelten voriges Jahr 2700 Helfer insgesamt 15 Tonnen Müll am Sauberhafttag. Einer von ihnen, Heinz Kemper, ist von Anfang an dabei. Seit 12 Jahren ist er jetzt Koordinator in Gohr und Broich.

Seine Heimat schöner gestalten – das geht auf vielfältige Weise. Heinrich Kemper engagiert sich seit vielen Jahren für seinen Ort Gohr, hilft in vielen Gemeinschaften und Institutionen, mit viel Herz und Humor das Dorfleben weiterzuentwickeln. So war Heinz Kemper 30 Jahre Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft Gohrer und Broicher Turfgrafen, ist im Pfarrgemeinderat des Seelsorgebereichs Dormagen-Nord, Kassierer im Heimatverein, "einfacher Gohrer Schütze" und bei vielen anderen Vereinen tätig. Am Samstag ist er wieder speziell als "Heinzelmännchen" für Gohr und Broich im Einsatz: Als einer von 14 ehrenamtlichen Koordinatoren im ganzen Stadtgebiet sorgt er dafür, dass rund 150 Helfer beim zwölften Sauberhafttag die Wege und die Vegetation vom Müll befreien.

Die Freude am Engagement ist dem 62-Jährigen anzusehen: Heinz Kemper macht sich gern an die Arbeit, die vielen Helfer anzuschreiben, einzuteilen und mit dem Gohrer Mit-Koordinator Peter-Josef Braun gemeinsam dafür zu sorgen, dass alle mitmachen. Die Koordinatoren halten den Kontakt zwischen der Stadt als Veranstalter und den Teilnehmern. Der Gohrer Kemper ist seit dem Beginn der Sauberhafttag-Aktion vor zwölf Jahren mit dabei. Jetzt schreibt er noch eine Erinnerungs-E-Mail an die Ehrenamtlichen und die Gohrer, die sich bisher noch nicht gemeldet haben: "Es sind meistens die üblichen Verdächtigen, die mithelfen", sagt er schmunzelnd. Aber jeder, der spontan beim Müllsammeln mithelfen möchte, sei auch am Samstag ab 9 Uhr noch herzlich willkommen.

Für alle Helfer – im Stadtgebiet waren es 2012 insgesamt 2700 Ehrenamtliche, die 15 Tonnen Müll zusammensammelten – gibt es jeweils ein Paar Handschuhe und viele Müllsäcke. "Ich sage immer allen Teilnehmern, dass sie sie nicht zu voll packen sollen. Da reicht ein zu einem Drittel gefüllter Beutel", erklärt Heinz Kemper. Denn dann sei der Abtransport der Müllsäcke einfacher. Viel aufgeklaubt wird sowieso. Vor allem entlang der Landstraßen finde sich viel Unrat, der anscheinend einfach aus dem Autofenster entsorgt werde, sagt Kemper: "Das sind vor allem Verpackungen, in denen sich Speisen und Getränke befunden haben." An der L 35 und der B 477 stapele sich der Müll geradezu, noch schlimmer sei das nur an der ehemaligen Deponie, wo viele ihre Kartons und Säcke einfach abladen würden. Einmal füllten die Gohrer und Broicher Abfallsäcke eine ganze Ladung eines Müllautos von der EGN, die gegen Mittag die "Beute" am Bruderschaftshaus abholt.

Dort ist nach getaner Arbeit für die Helfer dann ein gemütliches Beisammensein, zu dem der Ortsverein Dormagen des Deutschen Roten Kreuzes eine Erbsensuppe beisteuert: "Das ist dann immer ein toller Abschluss, mit den Gohrern nach getaner Arbeit zusammenzusitzen", erzählt Kemper. Der Postbeamter im Ruhestand ist nicht nur in Gohr aktiv, er ist Geschäftsführer des Caritas-Seniorenzentrums in Nievenheim. Mit seiner Frau Gisela unternimmt er gern Radtouren und freut sich, mit seinen Enkeln Leon (6) und Pius (fast 3) viele schöne Stunden zu erleben.

Heinz Kemper betont: "Viele engagieren sich, das funktioniert prima." In Gohr sind neben Schule und Kindergarten auch die Schützenbruderschaft, die Turfgrafen, der SuS Gohr, die Feuerwehr, die Ortslandwirte und Gruppen von Jagdpächtern dem Unrat auf der Spur.

(NGZ)