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Glaskunst aus BvA-Aula wird doch gesichert und gerettet

Ausbau und Lagerung geplant : BvA-Aula-Fenster werden doch gerettet

Proteste von Kunstfreunden waren erfolgreich: Die Stadt baut die verbliebene Glaskunst aus.

Die gute Nachricht, die der städtische Pressesprecher Max Laufer am Freitag verkündet, lautet: „Die Stadt Dormagen lässt die verbliebenen künstlerisch gestalteten Fenster der alten BvA-Aula ausbauen.“ Bei der Sanierung der Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums waren bereits zwei der vier Fenster zerstört worden, worauf ein Sturm der Entrüstung aufbrandete: Mehrere Kunstfreunde hatten Geldsummen zugesagt, damit die Rettung der verbliebenen vier der ursprünglich zehn figürlich gestalteten Glaselemente des expressionistischen Dormagener Künstlers Otto Andreas Schreiber nicht an den ursprünglich auf rund 50.000 Euro angesetzten hohen Kosten scheitern sollte.

Jetzt spricht die Stadt von rund 7500 Euro für den Ausbau, wofür sie selbst aufkommen werde: „Die Spenden, die engagierte Bürger bislang gesammelt haben, sollten aus unserer Sicht dazu genutzt werden, die Glaskunst hier in Dormagen auszustellen und erlebbar zu machen. Wer hat etwas davon, wenn die Elemente eingelagert werden und einstauben?“, sagte der Erste Beigeordnete Robert Krumbein. Die Stadt werde deshalb jetzt das Gespräch mit den Spendern suchen.

Nach seiner heftigen Kritik an der „geplanten Zerstörung der Fensterkunst“ im Kulturausschuss hatte SPD-Ratsherr Joachim Fischer selbst 1000 Euro für die Sicherung angekündigt  Der ehemalige Lehrer am Bettina-von-Arnim-Gymnasium Helmut Garritzmann hatte mit Dieter Frankenstein einen Brief an ehemalige und aktive Kollegen sowie Ex-Schüler des BvA geschrieben und um Spenden für den Erhalt der Musenglasfenster gebeten: Knapp 10.000 Euro sind an Zusagen eingegangen. Auch Kunstinteressierte um Chris Stoffels, Professor Heinrich Spicker und Hermann Kienle sprachen nach dem Bekanntwerden der zerstörten Glaskunst von einem „barbarischen Akt gegen die Kultur in Dormagen“.

Sicherung, Transport und Sanierung der Fenster übernimmt dasselbe Fachunternehmen, das diese 1966 eingebaut hat. „Die genaue Kenntnis der Bauweise ist wichtig, weil beim Ausbau ein nicht unerhebliches Risiko der Beschädigung besteht“, erläutert Beigeordnete und Kulturdezernentin Tanja Gaspers. Zum Stadtrat am 5. Juli hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mehrere Nachfragen zu den Glasfenstern gestellt.