Glasgalerie Dormagen: Finanzierung der geretteten Fenster noch unklar

Kulturhaus Dormagen: Rettung der Kunstfenster wird teurer

Noch fehlen rund 27.000 Euro für die neue Präsentation der aus der BvA-Aula geretteten vier Glaselemente von Otto Andreas Schreiber. Der Geschichtsverein sammelt Geld, um die vier Musen in der Glasgalerie aufzuhängen.

Die neue Präsentation der aus der Aula des BvA geretteten Musen-Fenster von Otto Andreas Schreiber wird teurer als gedacht: 38.000 Euro kosten die Glasarbeiten, die Rahmung und Installation am neuen Ort in der Glasgalerie des Kulturhauses Dormagen an der Langemarkstraße. Das teilte SPD-Ratsmitglied Joachim Fischer, der auch im Vorstand des Geschichtsvereins Dormagen ist, in der Sitzung des Kulturausschusses mit. 11.000 Euro hat der Verein bereits gesammelt, die restlichen 27.000 Euro sollen durch weitere Spenden zustandekommen.

Der Geschichtsverein hatte sich in einer Kooperation mit der Stadt Dormagen verpflichtet, die Kosten für Hängung und Aufbereitung der Glaskunst zu übernehmen, im Gegenzug hatte die Stadt für rund 7500 Euro den Ausbau aus der Aula übernommen. „Es ist wichtig, dass dieses Kulturgut auch weiter der Öffentlichkeit zugänglich ist“, hatte Fischer im Juli gefordert. Im Mai war herausgekommen, dass bei der Sanierung der Aula des Bettina-von-Arnim-Gymnasiums die Glaskunst des Dormagener Künstlers Otto Andreas Schreiber bereits in Teilen zerstört wurde. Schnell bildete sich eine Initiative zur Rettung der verbliebenen vier der zehn Figuren-Elemente. Helmut Garritzmann und Dieter Frankenstein, zwei ehemalige BvA-Lehrer, setzten sich mit Fischer und anderen Dormagenern für die Sicherung der Kunst ein.

Im Stadtrat erklärte Garritzmann die weitere Initiative und den mit der Verwaltung abgestimmten Vorschlag, die Fenster mit den Musen Tanz, Musik, Epik und Drama dauerhaft in der Glasgalerie aufzuhängen. „Es wurden mehrere Orte geprüft, so auch das Kreismuseum Zons, die Stadtbibliothek und das BvA“, berichtete der ehemalige Lehrer. „Die Glasgalerie hat nicht nur die erforderliche Höhe, sondern ist auch lichtdurchflutet, gut frequentiert und auch thematisch zu den vier Musen passend“, so Garritzmann. So sollen die vier Glasfenster jeweils im mittleren der Dreier-Fenster an Querträgern befestigt werden. Eine Fotomontage fand den Beifall der Kulturpolitiker, die einstimmig für diesen neuen Ort für die Glaskunst votierte.

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Wie Garritzmann weiter erklärte, hat die renommierte Glasbaufirma, die die Fenster 1966 ins BvA eingebaut hat, die Hein Derixs KG aus Kevelaer, auch die Entwürfe der zerstörten sechs Fensterbilder. „Sie könnten also wiederhergestellt werden“, gab er zu bedenken. Vorrangig ist jedoch zunächst die Präsentation der übrigen vier Glasbilder, die nun von den Fachleuten fachgerecht in große Rahmen verarbeitet werden. „Wenn alles gut klappt, können wir im zweiten Quartal 2019 mit der Aufhängung rechnen“, sagte Garritzmann, der sich wünscht, dass die Ausstellung über Otto Andreas Schreiber, die in Vorbereitung sei, vielleicht damit verbunden werden könne. Mit Faltblättern möchte der Geschichtsverein nun um weitere Spenden werben.

Beigeordnete und Kulturdezernentin Tanja Gaspers bedankte sich beim Geschichtsverein für sein Engagement: „Wir haben eine sehr gute Lösung für die Glaskunst gefunden, vielen Dank allen Unterstützern.“

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