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Dormagen: Gewerbegebiet mit Neuss?

Dormagen : Gewerbegebiet mit Neuss?

Neuss will einen Industrie- und Handwerkerpark mit Dormagen entwickeln. Ins Auge gefasst hat der Neusser Bürgermeister Herbert Napp das Gebiet im Bereich Alunorf. Die Wirtschaftsförderung findet die Idee "nicht schlecht".

Eine Autobahnfahrt über die A 57 in Richtung Neuss dürfte bei Wirtschaftsförderin Gabriele Böse einen Stich auslösen. In Höhe von Uedesheim erstreckt sich ein 522 Meter langer, grauer Klotz, der ursprünglich in Dormagen stehen sollte: das Fiege Logistikzentrum. Im Stadtgebiet war kein Platz und so vermittelte die Dormagener Wirtschaftsförderung das Projekt nach Neuss.

Geht es nach dessen Bürgermeister Herbert Napp, könnte die Kooperation mit Dormagen schon sehr bald neue Früchte tragen. Napp hat einen gemeinsamen Industrie- und Handwerkerpark im Bereich von Alufnorf ins Gespräch gebracht. "Ich glaube an eine riesige Nachfrage", sagte Napp. Alleine ist er mit dieser Meinung nicht. "Im Zuge der Neuaufstellung des Regionalplans durch die Bezirksregierung ist es richtig zu überlegen, wo Kommunen zusammenarbeiten können", meint Kreiswirtschaftsdezernent Jürgen Steinmetz.

Gute Erfahrungen habe die Gemeinde Jüchen gemacht, die mit Mönchengladbach ein gemeinsames Gewerbegebiet unterhält. Geografisch eignet sich das Gebiet zwischen Dormagen und Neuss aus Sicht der Kreiswirtschaftsdezernenten sehr gut — insbesondere für die industrielle Nutzung. Gleichwohl sei ein interkommunales Gewerbegebiet für Dormagen nicht die Lösung für alle Platzprobleme. Steinmetz: "Die Ansiedlungswünsche in Dormagen sind noch weitaus größer." Wichtig ist es seiner Ansicht nach, marktgerechte Flächen zu schaffen und auch auf die Bedürfnisse der Unternehmen einzugehen. Dormagen als ein Teil der Rheinschiene sei indes ein gefragter Standort.

Abgeneigt ist die städtische Wirtschaftsförderung einem gemeinsamen Areal für industrielle Ansiedlungen jedenfalls nicht. "Es hat bisher keine Gespräche gegeben, aber die Idee ist nicht schlecht", sagt Gabriele Böse.

Es sei wichtig, nicht nur örtlich zu denken, sondern regional. Ob das Gewerbegebiet auch für Handwerksbetriebe attraktiv sein könnte, sieht Böse kritisch: "Die Nachfrage nach einem Handwerkerhof war bisher eher gering." Aus Sicht von Siegfried Rohde, Dormagener Unternehmer und stellvertretender Kreishandwerkermeister, geben letztlich wirtschaftliche Zwänge den Ausschlag: "Wenn Handwerker, die sich eine eigene Halle nicht leisten können, kooperieren könnten, wäre das natürlich gut." Den Standort am Silbersee hält Rohde zudem für geeignet. Er würde es begrüßen, wenn der Rhein-Kreis die Zusammenarbeit der Kommunen managt.

Bis es soweit ist, dürfte ohnehin noch einige Zeit vergehen. Der Neusser Wirtschaftsförderer Wolfgang Düsing meint: "Wir müssen noch mit den Unternehmen reden." Mit ersten Ergebnisse sei im Frühjahr zu rechnen.

(NGZ/rl)