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Dormagen: Gewerbe-Pakt mit Neuss

Dormagen : Gewerbe-Pakt mit Neuss

Die Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann (Dormagen) und Herbert Napp (Neuss) wollen ein interkommunales Gewerbegebiet im Bereich des Silbersees etablieren. In einem Gespräch wurden gestern die Eckpunkte festgelegt.

Den Ritterschlag von der IHK Mittlerer Niederrhein für ein interkommunales Gewerbegebiet hatten die Städte Dormagen und Neuss bereits bekommen: "Ich halte Kommunalgrenzen überschreitende Gewerbegebiete für sinnvoll, und der Standort im Bereich des Silbersee-Geländes ist hervorragend dafür geeignet", hatte vor einigen Wochen IHK-Standortexperte Bernd Neffgen erklärt.

Die anfänglichen Gedankenspiele sind seit gestern konkreten Absichten gewichen. In einem Gespräch haben die Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann und Herbert Napp vereinbart, das gemeinsame Gewerbe umsetzen zu wollen. "Das Areal soll bis zur S-Bahn in Allerheiligen reichen und könnte grob geschätzt auf beiden Stadtseiten jeweils 50 bis 60 Hektar groß sein", sagte Bürgermeister Hoffmann gegenüber unserer Zeitung. Neuss' Bürgermeister Napp hebt die Bedeutung der vorhandenen Infrastruktur hervor: "Wir haben einen Hafen, die Eisenbahn und die Autobahn." Napp glaubt zudem, dass die Umsetzung des geplanten Anschlusses Delrath forciert werden kann — seine Umsetzung war bisher an der Ansiedlung des Unternehmens Gerling, Holz & Co. (GHC) gescheitert, das mit giftigen Gasen handelt.

Auch das gemeinsame Gewerbeareal müsste natürlich von der Bezirksregierung genehmigt werden. Herbert Napp ist zuversichtlich: "Die Landesplaner haben ein schlechtes Gewissen was Dormagen angeht." Auch Hoffmann hat die Querelen um die Ausweisung neuer Gewerbeflächen noch nicht vergessen. Die Diskussion um die geplanten Flächen Am Kohnacker —die Bürgerproteste ausgelöst hatten — waren nur zustande gekommen, weil die Bezirksregierung Flächen westlich der A 57 abgelehnt hatte. "Dieses Gebiet würde ich immer noch favorisieren", so Hoffmann.

Ob die Flächen am Silbersee, die dem Energieversorger RWE gehören, genutzt werden können, steht aber noch nicht fest. "RWE steht einer gewerblichen Entwicklung seiner Flächen durchaus positiv gegenüber", so Hoffmann. Probleme gibt es noch aufgrund der Topografie, von Altlasten der ehemaligen Zinkhütte und fehlendem Planungsrecht. Welche Unternehmen in einem gemeinsamen Gewerbegebiet angesiedelt werden können, hat Hoffmann noch nicht überlegt. Napp dagegen möchte auf Neusser Seite einen Aluminium-Cluster etablieren. Berührungsängste mit Unternehmen aus der Logistikbranche habe er ebenfalls nicht.

Schon bald wollen die Bürgermeister sich mit ihrer Städteplanern und Wirtschaftsförderern zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

(NGZ/url)