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Dormagen: Getöteter Ex-Boxer: Urteil in zwei Wochen

Dormagen : Getöteter Ex-Boxer: Urteil in zwei Wochen

Nach mehr als einem Dutzend Verhandlungstagen steht am Kölner Landgericht das Verfahren um den Mord an dem Dormagener Fitnesstrainer Stefan Raaff vor dem Ende. Der frühere Weltklasse-Boxer und Weltmeister war vor knapp einem Jahr in Frechen-Königsdorf erschossen worden.

Unter anderem hat der 47 Jahre alte Angeklagte für die Tatnacht kein Alibi, außerdem vermuten die Ermittler bei ihm auch ein eindeutiges Motiv. Der Familienvater soll angenommen haben, dass der Dormagener Fitnesscoach eine Affäre mit seiner Frau hatte. Deshalb soll er dem früheren Profi-Boxer am Tattag im Dezember letzten Jahres in Frechen aufgelauert und ihn letztlich mit sechs Schüssen getötet haben.

"Ein langjähriger Mitarbeiter und für viele ein Freund: Stefan Raaff kam auf tragische Weise ums Leben", heißt es heute noch im Nachruf seiner Kollegen des "Shinto-Fitnessstudios" in Horrem an der Knechtstedener Straße. Zuletzt hatte im Prozess ein Gutachter ausgesagt und dem Angeklagten eine "volle Schuldfähigkeit" attestiert.

Heißt im Klartext: Sollte die zuständige Schwurgerichtskammer des Kölner Landgerichts den Mann wegen Mordes verurteilen, muss er mit einer lebenslangen Haftstrafe rechnen — ein möglicher "Strafrabatt" beispielsweise wegen einer Erkrankung ist nicht möglich. Der Gutachter beschrieb den Angeklagten zwar als stark "ich-bezogene" Person mit ausgeprägtem Ego, wollte von einer Einschränkung der Kontroll- und Steuerungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt aber nichts wissen. Am Donnerstag sollen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers halten. Das Urteil soll am Freitag, 29. November, verkündet werden.

(mape)