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Dormagen/Köln: Getöteter Ex-Boxer Stefan Raaff: Kioskbesitzer soll lebenslang hinter Gitter

Dormagen/Köln : Getöteter Ex-Boxer Stefan Raaff: Kioskbesitzer soll lebenslang hinter Gitter

Die Staatsanwaltschaft Köln hat im Prozess gegen den 48-jährigen Angeklagten eine hohe Haftstrafe gefordert. Die Verteidigung will einen Freispruch.

Am Kölner Landgericht ist Donnerstag der Prozess um den Mord an dem früheren Dormagener Fitnesstrainer und Ex-Boxer Stefan Raaff in seine entscheidende Phase gegangen. Die Staatsanwaltschaft Köln beantragte in ihrem Plädoyer für den 48-jährigen Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe. Die Verteidigung dagegen forderte einen Freispruch.

Wie erwartet, machte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer deutlich, dass sie den Angeklagten trotz eines fehlendes Geständnisses für überführt hält. So soll der Familienvater und Kioskbesitzer fälschlicherweise angenommen haben, seine Frau und Ex-Boxchampion Stefan Raaff hätten in den Monaten vor der Tat eine Affäre gehabt. Deshalb soll der Angeklagte dem Dormagener Fitnesscoach in Frechen-Königsdorf abends aufgelauert und ihn letztlich mit sechs Schüssen getötet haben. Die Konsequenz müsse eine lebenslange Freiheitsstrafe sein, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft — sie beantragte letztlich eine Verurteilung wegen Mordes.

Im Gegensatz dazu hielt die Verteidigung den Angeklagten für unschuldig. Die Beweise und Indizien würden nicht ausreichen, um den 48-jährigen zu verurteilen, hieß es von Seiten der Anwälte. Die Verteidigung forderte von der zuständigen Schwurgerichtskammer einen Freispruch. Der Angeklagte selbst hatte bis zuletzt den Mord bestritten. Experten halten den Ausgang des Verfahrens für offen.

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Die Richter wollen sich bis zur Verkündung ihrer Entscheidung Zeit lassen und ausgiebig über die verschiedenen Argumente beraten. Das Urteil soll entsprechend erst in gut einer Woche am Freitag, 29. November, um 14 Uhr verkündet werden.

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