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Dormagen: Geteiltes Echo nach Frauen-WM

Dormagen : Geteiltes Echo nach Frauen-WM

Der Fußball-Verband Niederrhein schwärmt von einem Boom beim Mädchenfußball. In Dormagen profitieren nur einige Vereine von steigenden Anmeldezahlen. Vor allem der FC Straberg kann sich verstärken.

Von einem regelrechten Boom beim Mädchenfußball berichtete Gisela Schmitz, vom Fußball-Verband Niederrhein vergangene Woche in der NGZ. Um bis zu 20 Prozent seien die Anmeldezahlen bei den Vereinen im Verbandsgebiet gestiegen. In Dormagen hält sich die Fußball-Begeisterung bei den Mädchen trotz der Weltmeisterschaft im eigenen Land in Grenzen – nicht alle Vereine, die eine Damenmannschaft aufs Feld schicken, haben Verstärkung bekommen.

Am wenigsten der TSV Bayer Dormagen. Keine einzige neue Anmeldung kann Renate Gut vom TSV vermelden. Für sie besonders enttäuschend, hatte sie doch die Initiative für den Frauenfußball im Verein ergriffen. Auch nach den Sommerferien rechnet man beim TSV nicht mit weiteren Anmeldungen. "Wir haben halt keine Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet", sagt Gut ernüchtert. Eine wirkliche Verbesserung sei nicht zu erwarten.

Ganz anders sieht es beim FC Straberg aus. Gleich acht neue Spielerinnen haben sich während der WM für die Seniorinnen-Mannschaft angemeldet – eine Steigerung von 40 Prozent. "Das finden wir gut", sagt Geschäftsführer Rolf Krenz. Bisher konnte der FC nie mehr als zwei neue Spielerinnen pro Jahr begrüßen. Dank der großen Verstärkung hofft Krenz auf eine konstanteren Saisonverlauf. "Mit nur 20 Spielerinnen war es letzte Saison teilweise sehr schwierig." Über die Gründe der vielen Neuanmeldungen kann der Geschäftsführer nur spekulieren: "Ich kann nicht sagen, ob es an der WM liegt." Mit einem Boom wegen des Turniers im eigenen Land hatte er jedenfalls nicht gerechnet.

Auch Gürkan Bora von der Türkischen Jugend Dormagen bleibt realistisch. "Mädchen begeistern sich einfach nicht für Fußball im Fernsehen", meint er. Deshalb sei auch kein großer Zulauf zu erwarten gewesen. Bei der Türkischen Jugend gebe es keine erhöhten Anmeldezahlen. "Zumindest nicht mehr als sonst", sagt Bora, der für die Damen- und Mädchenabteilung zuständig ist und sich regelmäßig über neue Spielerinnen freut.

Schwierig sei hingegen, an qualifiziertes Personal zur Betreuung der Mädchen zu kommen. "Bei uns fällt zwar kein Training aus", betont Bora, "aber das Training ist nicht immer so, wie die Mädchen es eigentlich verdient hätten."

Optimale Bedingungen stellt er sich so vor: Ein Trainer für je zehn Spielerinnen, mehr Umkleidekabinen und eine gute Stimmung in der Mannschaft. Dass die sowieso gegeben sei, ist für Bora auch der Grund für den kontinuierlichen Zulauf. "Mundpropaganda", nennt er das.

(NGZ)