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Geschichte in Dormagen: Luftschutzbunker in Zons wieder geöffnet

Geschichte in Dormagen : Luftschutzbunker in Zons wieder geöffnet

Der Verein Luftschutzanlagen Rhein-Kreis Neuss hat in der Corona-Krise an dem Bunker gearbeitet. Führungen können nun wieder stattfinden.

) Bis jetzt haben im Jahr 2021 noch keine Führungen im Luftschutzbunker „Am Feldtor“ in Zons stattfinden können. Umso glücklicher ist Stefan Rosellen, stellvertretender Vorstandsvorsitzende des Vereins Luftschutzanlagen Rhein-Kreis Neuss, nun darüber, dass es wieder losgehen kann. Wegen der Corona-Krise waren die Führungen gestrichen, durch die Lockerungen sind sie wieder möglich.

Langeweile hatte der Verein in der Krise jedoch nicht: Während der Hochphase der Corona-Pandemie nutzten die Ehrenamtler die Zeit für Recherchearbeiten, andere Projekte im Kreisgebiet und Arbeiten an dem 77 Jahren alten Bauwerk. „Einer unserer Mitarbeiter ist in der Zeit für Recherchen ins Militärmuseum nach Freiburg gefahren. Es war schwierig, während Corona einen Termin zu bekommen, aber wir haben viele militärische Daten, Landkarten und insbesondere Informationen zum Thema Flugabwehr im Rhein-Kreis Neuss erlangen können“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende. All diese Recherchen fließen in die Berichte des Vereins ein.

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Doch es wurde nicht nur recherchiert, sondern auch fleißig gehandwerkelt: „Der Bunker in Zons ist leider feucht, insbesondere bei Starkregen hält die Dichtung nicht stand. Daher haben wir Zeit genutzt und Dichtungsarbeiten durchgeführt“, so Rosellen. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Bunker mache das Ausstellen von Ausstellungsstücken nahe zu unmöglich: „Die Luftfeuchtigkeit ist zu hoch. Gegenstände aus Metall würden rosten, Holz würde schimmeln. Wir hoffen, dass sich das bald ändern wird.“ Der 1944 angelegte Bunker, dessen Eingang sich am ehemaligen Feldtor (gegenüber Schloßstraße 46) befindet, ist eine von drei größeren Luftschutzanlagen, die in Zons während des Zweiten Weltkriegs entstanden sind – und die einzige, die noch heute zugänglich ist. „Wir freuen uns sehr darüber, dass Führungen nun wieder stattfinden können. Unser Ansatz ist, den Leuten etwas von der Geschichte zu präsentieren und die Vergangenheit begreifbar zu machen“, beschreibt Rosellen. „Während Corona haben wir sogar einige Mitglieder dazu gewinnen können.“

Interessierte Besuche können die Anlage im Rahmen von kostenfreien Führungen an den Sonntagen 25. Juli und 22. August besuchen. Der Verein bietet die Führungen in Kooperation mit der Unteren Denkmalbehörde und dem Eigenbetrieb der Stadt Dormagen als Eigentümer des Bunkers an. Die knapp einstündigen Rundgänge starten um 13, 14, 15 und 16 Uhr. Die Gruppengröße ist auf acht Personen begrenzt und eine vorherige Anmeldung per E-Mail an bunker-zons@gmx.de ist erwünscht. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit von Kurzführungen – diese dauern nur 15 Minuten. Innerhalb des Bunkers müssen die Besucher gemäß der gültigen Coronaschutzverordnung eine medizinische Gesichtsmaske tragen und sich an die Abstandsregeln halten. Weiterhin wird es die Möglichkeit geben, das aus Stahlbeton errichtete Bauwerk am Tag des offenen Denkmals am 12. September zu begehen. Mehr Informationen zu dem Verein, den Führungen und weiteren Terminen sind auf der Homepage www.luftschutzanlagen-rhein-kreis-neuss.de oder bei Facebook zu finden.

(kiba)