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Gegen Baumfällungen in Dormagen: Waldretter sammeln Unterstützer

Gegen Baumfällungen in Dormagen : Waldretter sammeln Unterstützer

Per Online-Petition sollen die Bäume an der Alten Heerstraße gerettet werden.

Noch acht Tage bleibt der Bürgerinitiative (BI) „Der Wald bleibt“, um 900 unterstützende Unterschriften auf der Online-Plattform „Open Petition“ zu sammeln. Gelingt dies, wird von dort aus eine Stellungnahme des Stadtrates eingefordert. Der Stand am Neujahrstag waren 817 Unterschriften. Es geht der BI um den Erhalt der Wald- und Grünflächen beiderseits der Alten Heerstraße. Dort beabsichtigt die Stadt den Gewerbepark Top West zu erweitern. Der Planungsausschuss der Stadt hat bereits in seiner Sitzung im vergangenen April  der Änderung des Flächennutzungsplanes zugestimmt.

Unter der Regie von Brigitte Savlidis kämpft die Bürgerinitiative für den Erhalt der Flächen. „Wir brauchen den Wald und das Grün zur Erholung und zum Schutz vor dem Lärmimmissionen von der Autobahn sowie zur Luftreinhaltung. Die Tiere brauchen den Bereich als Lebensraum“, sagt sie. Die Initiative fordert, das Verfahren zur Waldumwandlung sofort einzustellen, die bereits gerodeten Flächen wieder aufzuforsten und die Waldflächen als Schutzwald auszuweisen.

Savlidis argumentiert: „Die Waldflächen werden von vielen Menschen zur Erholung genutzt und Radwanderer schätzen die Kühle und Ruhe des Waldstücks. Viele Tierarten, so auch die vom Aussterben bedrohte Haselmaus und die Fledermausart Braunes Langohr, würden ihren Lebensraum und vielleicht auch ihr Leben verlieren. Die bedrohten Wald- und Grünflächen sind ein ausgewiesenes Biotop von besonderer Bedeutung im Biotopverbund.“ Sie verweist auf einen Fachbeitrag des NRW-Landesamtes für Natur, Umwelt und Verkehr, in dem diese Fläche als Bestandteil des Klimakorridors ausgewiesen werde. Die bestehenden Wald- und Grünflächen stellten zudem einen Immissionsschutzwald dar. Schall, Ruß und sonstige Luftschadstoffe vom Verkehr der A 57 werden, so die BI, aufgrund der Ausdehnung des Waldbereichs zuverlässig gemindert.  Die Wald- und Grünflächen schützen die Bevölkerung mit Blick auf den Chempark im Regelbetrieb als auch im Störfall, da neben der Minderung von Schall und Luftschadstoffen die Ausbreitung gasförmiger Schadstoffe im Störfall durch Bäume zeitlich verzögert wird und die Notmaßnahmen daher wichtige Minuten mehr Zeit umfassen können.

Savlidis: „Die auf der westlichen Seite der A57 geplante Ersatzpflanzung wird Jahrzehnte brauchen, bis sie annähernd die Größe und Fülle und die Klimafunktion der bestehenden Wald- und Grünflächen erreicht.“

(schum)