Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Dormagen

Volkstrauertag : Ein Zeichen für Frieden

Am Volkstrauertag wurde in Dormagen und Rommerskirchen der Opfern von Krieg und Verfolgung gedacht.

„Nur wenn wir verstehen, was den zahlreichen Menschen das Leben nahm, können wir erinnern“, sagt der Leiter des Raphaelshauses, Marco Gillrath, bei seiner Rede zur Gedenkfeier des Volkstrauertags am Sonntag auf dem Ehrenfriedhof Dormagen. Für unsere heutige Gesellschaft sei es von enormer Wichtigkeit, die geschichtlichen Hintergründe zu Krieg und Verfolgung zu verstehen und politische Bildung voranzutreiben. „Politikverdrossenheit und Protestwähler – das kann nicht unser Ziel sein.“ Aus diesem Grund wird auf dem Gelände des Raphaelshauses in einem Bunker eine Erinnerungsstätte an Opfer von Krieg und Gewalt errichtet. Dadurch werde Geschichte direkt erfahrbar und der Lernprozess unterstützt.

Auch Bürgermeister Erik Lierenfeld betonte die Bedeutung junger Menschen für den Frieden. „Wie Jugendliche mit unserer Vergangenheit umgehen ist wichtig für unsere Zukunft“, betont er. Um das Bewusstsein junger Menschen für Frieden zu schärfen, durften in diesem Jahr erstmalig auch Jugendliche die Gedenkfeier mitgestalten, darunter unter anderem das Kinderdreisgestirn der KG Ahl Dormagener Junge. Am Mikrophon legten sie dar, warum ihnen Frieden wichtig ist. Lierenfeld betonte in seiner Rede außerdem, dass Hass und Gewalt auch heute noch Einzug in unseren Alltag hielten und Aktivismus sich nicht darin erschöpfe, Misstände lediglich zu benennen, sondern Taten folgen müssten.

Nachdem vier Kränze an den Weltkriegsehrenmalen niedergelegt wurden, folgte eine Schweigeminute an dem Mahnmal für tote Zwangsarbeiter. Für die musikalische Gestaltung sorgte die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Dormagen. Außerdem mit dabei waren der Dormagener Bürger-Schützen-Verein. Organisiert wurde die Gedenkfeier vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Reservistenkameradschaft Dormagen.

In Rommerskirchen fand die Zentrale Gedenkkundgebung diesmal in Sinsteden statt, wo Bürgermeister Martin Mertens gemeinsam mit Otto Bienert, dem Präsidenten der örtlichen St. Maternus-Bürgerschützen einen Kranz am Ehrenmal ablegte.

In der aktuellen Lage für den Frieden zu wirken, heißt Mertens zufolge auch: „Flagge zeigen gegen jede Art von Rechtspopulismus, Antisemitismus und Fremdenhass.“ Er zitierte in seiner Ansprache ein Gedicht von Volker Erhardt: „Wir müssen unseren Kindern den Frieden erklären, damit sie nie anderen den Krieg erklären“