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Dormagen: Gebühr würde Sportlern weh tun

Dormagen : Gebühr würde Sportlern weh tun

Manfred Bördgen, Geschäftsführer des Dormagener Sportverbandes, ist gegen die Sparvorschläge des Kämmerers. Vor allem die geplante Einführung von Nutzungsentgelten wird kritisiert.

Herr Bördgen, wie sehr haben die Sparvorschläge des Kämmerers den Sportverband und die Sportvereine geschockt?

Manfred Bördgen Da bei den Sportvereinen fast nichts mehr zu sparen ist, außer in der Jugendarbeit und da wird hoffentlich nicht gespart, gibt es da keine Überraschungen.

In allen Bereichen wird der Rotstift angesetzt, muss gespart werden oder wird versucht, neue Einnahmequellen zu erschließen. Der Sport kann dort keine Sonderrolle spielen, oder?

Bördgen Sport spielt keine Sonderrolle, ganz im Gegenteil, da Sportförderung eine freiwillige Leistung ist, wurde in den letzten Jahren immer gekürzt, Sportvereine übernehmen überall städtische Leistungen zur Kosteneinsparung, z.B. Schlüsselgewalt in Hallen, um Hausmeisterkosten zu sparen, oder Pflegeleistungen auf Sportanlagen.

Welcher Sparvorschlag schmerzt Sie am meisten?

Bördgen Da beim Sport nichts mehr zu sparen ist, ist es der Vorschlag, Nutzungsgebühren einzuführen.

Warum sollen Sportler nicht für ihr Sporttreiben einen Obolus bezahlen, wenn sie in Fitnessstudios oder in Tenniscentern ein Vielfaches an Beitrag und Eintritt bezahlen?

Bördgen Sport gehört in einer Kommune zur Daseinsvorsorge, jedem Bürger sollte die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung geboten werden. Das bieten nur Sportvereine in der Vielfalt und im Preis. Die sozialen - und Gesundheitsleistungen der Sportvereine sind enorm. Um Kosten zu sparen, müsste die Kommune die Sportvereine stärker fördern.

Wie sehr würde eine Nutzungsentgelt die Vereine treffen? Welche Auswirkungen könnte dies haben?

Bördgen Wir haben eine kleine Umfrage gemacht, einige Vereine haben mit belastbaren Zahlen geantwortet. Die Mitgliedsbeiträge pro Mitglied und Jahr müssen um 30 bis 40 Euro € erhöht werden. Je kleiner ein Verein, desto größer die Belastung, ein Verein hat vorgerechnet, dass er den Mitgliedsbeitrag verdoppeln muss.

Die Verwaltung schlägt die Zusammenlegung von Sportanlagen vor, zum Beispiel Stürzelberg und Zons, Spielfelder sollen zurückgebaut, Kapazitäten reduziert werden. Sind das richtige Maßnahmen?

Bördgen Diese Maßnahmen sind für 2017 geplant, ob dann die Voraussetzungen gegeben sind, ist vollkommen offen. Um moderne Kunstrasenplätze zu finanzieren, sind sicher viele konstruktive Maßnahmen der Verwaltung und der betroffenen Sportvereine erforderlich.

Hat der Sportverband schon den Kontakt mit Vereinen aufgenommen?

Bördgen Ja, es finden Gespräche statt.

Glauben Sie, dass alle vorgeschlagenen Maßnahmen der Verwaltung auch so umgesetzt werden?

Bördgen Der Kämmerer und die Verwaltung haben Vorschläge gemacht, sie werden sicher nicht eins zu eins umgesetzt.

Klaus Schumilas führte das Gespräch.

(NGZ/rl)